Kataplasm – Maxxximized Centrifused Blower

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Okay, an dieser Stelle verspiele ich mir etwas Szene-Credibility: Ich mag den Klang-Collagisten Igorrr. In meinen debilen Momenten zaubert mir so ein Lärm-Schmarrn wie sein Brutal Swing ein seeliges Lächeln um meine vergilbte Kauleiste und lässt meinen Nachbarn tieferen Groll gegen meine Tieftöner hegen, als ohnehin schon Vorhanden ist. Doch nun kommt Gab von Nihilistic Holocaust und haut über sein Sub-Label Visceral Circuitry das „Album“ „Maxxximized Centrifused Blower“ von KATAPLASM raus. Das ist selbst für mich harter Tobak und lässt den letzten Release von Gutturalia XXX schlicht wie einen Kindergeburtstag aussehen!

Ursprünglich wurde das Material innerhalb von vier Tagen im Jahre 2006 zusammengestellt. Warum diese Aufnahmen nicht das gleiche Schicksal wie die Bundeslade oder das Bernstein Zimmer tragen, und nie wieder gefunden werden, ist mir aber ein Rätsel. In einer Auflage von 50 CDrs ist „Maxximized Centrifused Blower“ wirklich auf die Menschheit losgelassen worden. Dabei wurde jede Kopie mit virtuellem Sperma durchnummeriert. Zum Glück enthält das Booklet einen Warnhinweis, dass man aufpassen sollte, wo man seine Zunge hinsteckt! (;

Weniger freundlich ist hingegen die Tracklist, die auf den ersten Blick 88 Lieder verspricht. In Anbetracht der enthaltenen Musik, ist diese „Drohung“ aber noch ultimativer, als der erste Blick verheißt. Komprimiert auf einen Track mit 10:40 Spieldauer sind die einzelnen „Lieder“ als solche nicht mehr zu erkennen. Die Selbstbeschreibung umfasst das Ergebnis wie folgt: „Numerous grindcore and blasting micro samples were cut from various underground grindcore and extreme metal releases, then molested, mixed, manipulated, hacked, tormented and mached with acid bile to be regurgitated under the form of noisecore/grind with an industrial edge. 88 songs for 10 minutes of blasting cut up sickness.“
Man könne versuchen die einzelnen Fragmente zu erkennen. Doch sind die Ausschnitte extrem kurz und teilweise soweit beschleunigt und verfremdet, dass eine Identifikation dieses Krachbreis schier unmöglich ist.

Ernsthaft, nach gerade mal fünf Minuten dieser Tortur fehlen mir gänzlich die Worte, um KATAPLASM zu beschreiben. Es klingt wie ein Güterzugunfall vor meinem Küchenfenster, derweil ich meine Grindcore-CDs in dem Mixer zermahle. Oder wie die korrumpierten MP3-Dateien, nachdem die Übertragung von meinem Rechner auf den Player misslungen ist und lediglich defekte Blöcke des Flash-Speichers allokiert hat. Mit Musik hat dieser Kokolores gar nichts mehr gemein. Und ich persönlich frage mich ernsthaft, wer für diesen Rohling mit digitalem Klangschrott wirklich einen Euro über den Bigcartel-Shop des Labels bezahlt. Ob es irgendjemanden gibt, der sich diesen Müll kostenlos über das Bandcamp-Profil runterläd, ist ja schon fraglich! Und selbst wer den Mumpitz dort nur in Gänze anhört, bekommt von Frau Merkel das Bundesverdienstkreuz und von mir bei nächster Gelegenheit ein großes Bier ausgegeben. Was ein Käse!

Infos:
Visceral Circuitry Records – 2012
CDr – 1 Track – „88 Lieder“ / 10:40 Min.

http://visceralcircuitryrecs.bandcamp.com/album/maxxximized-centrifuse-blower-2
https://www.facebook.com/pages/Visceral-Circuitry-Records/169732693079985