Pathology – The Time Of Great Purification

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PATHOLOGY sind fleißig, verdammt fleißig! Die Band haut seit 2006 in einer solchen Frequenz neue Scheiben raus, dass ich mit dem Review des letzten Albums „Awaken To The Suffering“ nicht mit ihrem Release-Zyklus mithalten konnte. Verständlicher ausgedrückt, beehren uns PATHOLOGY seit 2006 jedes Jahr mit einer neuen Platte. Doch ist Masse etwa gleich Klasse? Im Falle der US-amerikanischen Brutal Death Metal Band ist das Niveau zumindest konstant. Richtig herausragend oder innovativ ist „The Time Of Great Purification“ sicher nicht. Dafür hat man die einzelnen Elemente aus der Musik schon zu oft gehört. Auch von PATHOLOGY selber. Dennoch ist es wieder ein unterhaltsames Album geworden, wo der Fan der Vorgänger bedenkenlos zuschlagen kann.

Was die Band wohl weiterhin von vielen Genre-Kollegen unterscheidet, ist der gewisse technische Anspruch. Zwar entwickeln sich die Songs nie zum übertriebenen Gewichse, dafür sind die Riffs immer mit griffigen Harmonien, streckenweise auch mit richtig guten Soli garniert und bekunden mehr als einmal ihre Wurzeln aus dem stumpfen Slam. Auch das ausgewogene Verhältnis von brutalem Getacker und dickem Groove erschafft bei PATHOLOGY einen angenehm ausgeglichenen Sound, von dem so manch anderer nur träumen kann. Dazu kommen die Spielzeiten der einzelnen Lieder als Sahnehäubchen. Denn zwischen knapp zwei bis drei Minuten Dauer kommen PATHOLOGY immer exakt auf den Punkt und bringen immer noch genug Ereignisse in einem Track unter. Auf die Spieldauer des kompletten Albums wiederholen sich zwar ein paar Ideen schon mal, aber bei der hohen Output-Rate ist übermäßige Kreativität ein bisschen viel verlangt. Darüber hinaus ist Abwechslung auch nicht unbedingt Genre-immanent. Soweit Slam Death Metal und Brutal Death Metal aber an Variation erlauben, schöpfen PATHOLOGY aus den Vollen.

Entsprechend ist „The Time Of Great Purification“ ein ordentliches Album. Es sticht damit aus dem sumpfigen Einheitsbrei der Slam-Kollegen hervor. Doch auf der Scheibe selber fehlt es etwas an herausragenden Momenten, die der Vorgänger beispielsweise mit dem fetten „Opposing Globalization“ aufweisen konnte. Und damit fehlt PATHOLOGY hier einfach der letzte Touch, der ihr sechstes Album zu etwas besonderem macht. Genre-Fans werden es dennoch lieben und ordentlich abfeiern (;

Weniger feierwürdig ist hingegen das Album-Cover, wo sich Meister Pär Olofsson nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Handwerklich ist die Arbeit durchaus gelungen. Doch das Motiv mit dem pathetischen Professor, der auf einem Tentakl in der Stratosphäre dieses Planeten steht und eine stellare Attacke auf unseren Mutterplaneten fährt? Wohow, was ein Strunz.

Infos:
Victory Records 2012
CD – 13 Lieder / 30:17 Min.

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