Hooded Menace – Effegies Of Evil

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HOODED MENACE sind im Underground schon länger ein bekannter Name. Angefangen wie so viele neue Bands der New Wave Of Old School Death Metal im Jahre 2007, hat die Band hier unter anderem von Ralf Hauber in seinem Mystical Music Fanzine immer Support gefunden. So bin ich auch auf den Vorgänger „Never Cross The Styx“ gestoßen. Wie nun Relapse Records auf die Band gekommen sind, kann an dieser Stelle sicher schwer nachvollzogen werden. Fakt ist auf jeden Fall, dass nach verdammt vielen Splits (u.a. mit den mächtigen Ilsa, Coffins und Asphyx) nun das dritte Album „Effegies Of Evil“ bei dem aktuell größten Indie-Label rauskommt und somit auch einer breiteren Masse zugänglich gemacht wird, als der Vorgänger, der 2010 über das eher unbekannte Profound Lore Records erschien.

Wenn man HOODED MENACE bereits kennt, kann man beim aktuellen Machwerk eigentlich auch bedenkenlos zuschlagen. Große Überraschungen birgt das finnische Duo nicht. Und als Fan ihrer Musik will man, um ehrlich zu sein, auch keine großartige Weiterentwicklung. Immer noch gibt es tonnenschweren Doom/Death Metal mit leichten Einflüssen aus dem Stoner und deutlichem Melodieverständnis aus dem NWOHM. Und gerade da liegt die deutliche Stärke von HOODED MENACE, in den schweren und immer noch mitreißenden Riffs, in den zuckersüßen, zweistimmigen Leads. Teilweise sind die Harmonien, wie in „In The Dead We Dwell“ fast schon zu lieblich, stellen aber zu den dicken, bösen Riffs auch einen angenehmen Kontrast. Gerade genanntes Lied ist ist einer der Höhepunkte des Albums. Noch mehr besticht aber „Crumbling Insanity„, das bereits mit einem Video beworben wurde. Alleine das Eröffnungs-Lead ist absoluter Hammer! Hier stimmt das Verhältnis zwischen dickem Riffing, griffigen Licks, packenden und melodiösen Leads und heavy Groove am meisten. Da kommen auch „Evoken Vulgarity“ und das etwas übertrieben lange „Vortex Macabre“ nur knapp dran. Überhaupt ist es verdammt mutig, wenn eine Band ihr Album erstmal mit einem elf Minuten langen Walzer beginnt. Dabei wird das Hauptthema des Songs schön verformt und weitergetragen. Nur den komplett anderen Part am Ende, den hätten sich HOODED MENACE schenken können.

Neben diesen eher hervorstechenden Songs schleppt die Band aber das gleiche Problem mit, wie sie bereits auf dem Vorgänger hatten: Insgesamt verlieren sich die einzelnen Tracks ein wenig. Dabei steckt das Potential deutlich bei HOODED MENACE! Das Feeling für coole Riffs, catchy Melodien, polyphone Gitarren und eerie 70th-Horrorfilm-Atmosphäre hat Songwriter Lasse mit dem großen Löffel gefuttert. Wenn er nun noch die gesamte Mischung etwas kompakter hin bekommt, würde auch „Effegies Of Evil“ wesentlich besser funktionieren. So ist es ein ordentliches Album, was Fans der Band und Wooden Stake, Acid Witch oder Druid Lord sicherlich lieben werden. Um darüber hinaus konkurrenzfähig zu bleiben, muss Lasse im Songwriting noch einen weiteren Schritt nehmen.

Infos:
Relapse Records – 21.09.2012
CD – 8 Lieder / 52:31 Min.

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