Bitter Piece – Vastyrion Rising

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Da haben BITTER PIECE aber eine Mogelpackung am Start! Das Artwork von „Vastyrion Rising“ erinnert leicht an eine saubere Version der Arbeiten von Putrid Gore Art und lässt Hoffnungen auf räudigen Death Metal aufkommen. Doch sollte das Bandlogo den Szenekenner in eine andere Richtung dirigieren, denn der kantige Schriftzug ist deutlich Thrash Metal. Den optischen Parallelen zu den Bandnamen von Havok (US) oder Breathless zum Trotz, spielen BITTER PIECE aus Osnabrück aber auch nicht den wütenden Bayarea-Style. Vielmehr ist dieses Debütalbum eine eigene Mischung aus Midtempo-Thrash mit leichten Einflüssen aus dem Melodic Death Metal und einem Hauch Black Metal.

Das Endprodukt ist weniger oldschool als mehr altbacken. „Vastyrion Rising“ klingt genau wie all die Bands, die man 2000 rum in den Jugendheimen rund um Köln gesehen und gehört hat. All diese Bands, die live zwar immer unter, mehr oder minder erwähnenswertem, Alkoholeinfluss Spaß gemacht haben, deren CD aber eher anstandshalber im Regal verstaubt.
Der Großteil des Albums ist Metal ohne Ecken und Kanten. Prinzipiell ordentlich gemacht und man merkt auch, dass die fünf Musiker Bock auf die Musik haben. Doch richtig weh tut keiner der 10 Songs. Vielleicht mit der einen Ausnahme „The Curtain Is Closed„, das am ehesten Death Metal und Blastbeats beinhaltet und die wohl härteste Nummer der Platte ist. Gelegentlich klingen die rockigen Phasen auch schon mal nach R.E.T. und die ein oder andere Harmonie aus den Soli erinnert an die Frühphase von My Cold Embrace. Ansonsten sind die übermelodischen Leadgitarren so catchy, dass sie schon an der Grenze zur Karies-Ursache schaben. Da sind die hauptsächlich stumpfen und belanglosen Riffs schon ein kleiner Kontrast.
Das größte Problem von BITTE PIECE sind aber nicht all diese Details. Wenn die Schwächen nur die zu poppigen Melodien und zu platten Riffs wären, könnte man immer noch eine Karriere bei Nuclear Blast oder Metal Blade anvisieren. Vielmehr verhunzt die Band potentiell noch so gute Ideen in ihrem unterdurchschnittlichen Songwriting. 10 Lieder in knapp 56 Minuten, nur zwei Songs unter der Fünf-Minuten-Marke, tendenziell eher um die sechs Minuten lang. Da verlieren sich einfach die prägnanten Momente zu sehr in Langeweile und driften gar in die Belanglosigkeit ab.

Ursprünglich im März in Eigenproduktion erschienen, kam im August/September die Neuauflage über Firefield Records heraus. Ein Re-Release mit zweifelhafter Daseinsberechtigung. Und ob das Label der eh schon übertriebenen Spieldauer damit einen Gefallen getan hat, dass sie noch zwei Bonus-Tracks auf die Scheibe gepresst hat, ist prinzipiell auch eher fraglich.

Infos:
Eigenproduktion (Osna Metal / Firefield Records – Re-Release) – 2012
CD – 10 Lieder / 55:43 Min.

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http://www.bitter-piece.de/
https://www.facebook.com/Firefieldrecords?fref=ts
http://www.firefield-records.info/