19.10.2012 – Downfall Of Gaia, Red Apollo, Kumulus im AZ Aachen

Infos:
Freitag, 19.10.2012, im Autonomen Zentrum, Aachen
Einlass: 20:00h
Beginn: deutlich später
Damage: € 5/6,- (regulär/soli)

Bands: Kumulus, Red Apollo, Downfall Of Gaia

Einen schöneren Kontrast kann es eigentlich nicht geben. Erst letzte Woche sah ich DOWNFALL OF GAIA auf dem Bloodshed Festival. Mit einer krassen Beschränkung ihrer Setlist auf gerade mal eine Stunde, an einem Abend voller Grind-Bands und auf einer großen Bühne im Dynamo Club zu Eindhoven. Dieses Mal war es eine vertrautere Umgebung, der Bunker des Autonomen Zentrums zu Aachen, zusammen mit stilistisch passenderen Kapellen und ohne beklemmendes zeitliches Korsett.

Ursprünglich sollte das Konzert auf der kleinen Bühne des AZs, in der Kneipe, stattfinden. Doch durch eine defekte Anlage wurde alles in den großen Raum verlegt. Damit dennoch eine gewisse intime Atmosphäre erhalten bleibt, wurde nicht die Bühne verwendet. Stattdessen wurde davor ein Teppich für das Schlagzeug ausgebreitet und die Verstärker auf den Bühnenrand gestellt. Ein Setup, was ich bereits bei Blank, Sphiphilisation und Vestiges als sehr angenehm empfand.

Mit den wohl ruhigsten Klängen des Abends, begannen KUMULUS. Instrumentaler Post-Rock aus Köln. Die Ideen hinter der Musik waren durchaus interessant. Doch die Umsetzung war eher mangelhaft. Die Musiker waren sowohl an sich, wie auch im Zusammenspiel weniger tight. Gerade durch das schleppende und stolpernde Drumming, kam zu keiner Sekunde die passende Atmosphäre für die grundsätzlich doch recht verträumte Musik auf. Lange konnte ich mir dieses Trauerspiel nicht ansehen, geschweige denn anhören. Dazu tat die übertrieben laute Gitarre ihr übriges, die im Verlauf des Auftritts vom Tontechniker Arthur aus der PA komplett rausgedreht wurde – und dennoch laut aus dem Verstärker tönte.

RED APOLLO brachten Qualität und Sound schon eher in die richtige Richtung für den Headliner. Mit schwerem, dreckigen Hardcore und transzendentalen Gitarren aus dem Post-Rock war der Auftritt verdammt heavy und stimmungsvoll. Kein Wunder, dass demnächst die Full-Length der Dortmunder über Alerta Antifascista erscheinen wird. Bis dahin konnte man die Demo-EP der Band für einen günstigen Kurs von 3,50 an dem Abend erwerben. RED APOLLO sollte man auf jeden Fall mal im Auge behalten!

Wie zu erwarten, waren die Bedingungen für DOWNFALL OF GAIA im AZ wesentlich besser, als noch eine Woche zuvor. In wesentlich heimeliger Atmosphäre konnte der Funke der getragenen, stimmungsvollen Songs wesentlich besser überspringen. Der Gesamte Auftritt kam mit nur einer einzigen Ansage aus, und wurde ansonsten durchgehend als ein Gesamtbild präsentiert. Fragmentarisch stachen die ersten drei Songs von „Suffocating In The Swarm Of Cranes„, die das Set eröffneten, besonders hervor, ebenso wie der Beitrag von der Split mit In The Hearts Of Emperors. Wer sich nicht so sehr mit den Details der intensiven Musik auseiandersetzen wollte, konnte sich einfach von der Atmosphäre tragen lassen. Ein wunderschöner Auftritt, der ad hoc zu meiner besten Live-Erfahrung mit der Band wurde.

Da kann man sich – mal wieder – nur schämen, dass das aachener Publikum so steif und träge ist. Die Resonanz auf die wundervolle Musik war sehr verhalten. Und auch die Besucherzahlen selber, waren recht überschaubar. Auch, wenn ich schon schlechter besuchten Konzerte im AZ beigewohnt habe. Doch man muss sich nicht immer am schlechteren orientieren (;