Revolting – Hymnes Of Ghastly Horror

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Ein Jahr ist rum und REVOLTING bleiben ihrer Tradition treu. Seit 2009 gibt es mit schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr ein neues Album von der Band um Tausendsasser Rogga Johansson (u.a. The Grotesquery, Paganizer, Ribspreader und eine Millionen weitere). Dieses Mal hört der Output auf den schönen Namen „Hymnes Of Ghastly Horror“ und erschien, wie auch der Vorgänger „In Grisly Rapture„, bei FDA Rekotz.

Mit ihrem vierten Album führen REVOLTING konsequent den Weg fort, den sie vor einem Jahr eingeschlagen haben. Das fängt beim Cover-Artwork und der Bookletgestaltung an, die „In Gistly Rapture“ in absolut nichts nachsteht. Wieder stammt das atemberaubend schöne Bild von Dezpicable Desmond (Dez Artwerks) und bietet eine Augenweide für die Fans des gepflegten Horrorfilms. Vereinzelte Elemente des Covers durchziehen weiterhin das Booklet, schaffen ein zusammenhängendes Gesamtbild mit entsprechender Atmosphäre. Wieder wunderschön und ein richtiger Genuss. Wer hier die digitale Variante der CD vorzieht, ist echt selber schuld! Mich freut es um so mehr, dass „Hymnes Of Ghastly Horror“ im November auch als LP veröffentlicht wird. In größeren Dimensionen wird das Motiv sicher noch imposanter erscheinen. Auch, wenn es vor Klischees trieft und in manchen Details etwas aufgesetzt wirkt. Doch so passt es umso mehr zur Ästhetik der 70er und 80er Jahre Horrorfilme, die einen nicht unbedeutenden Einfluss auf REVOLTING hatten.

Auch musikalisch knüpfen die Horror-Fans nahtlos an ihr drittes Album an: Direkter Death Metal ohne große Schnörkel, dafür mit mächtigem Einfluss von Edge Of Sanity. Wieder mit einem semi-instrumentalen Interlude („The Thing That C.H.U.D. Not Be„, lediglich mit leichten Film-Samples garniert), wieder ausnahmslos mit mitreißenden Songs. Gefühlt steckt in „Hymnes Of Ghastly Horror“ aber etwas mehr Hit-Potential. Alleine das eröffnende Riff aus „The Mother Of Darkness„, das mit seinem markanten Effekt und seiner genre-untypischen Melodie ziemlich auffällig in Erinnerung bleibt, oder die hohe Melodiedichte, die „Lair Of The Black Queen“ zu einem richtigen Ohrwurm macht. „Prey To Katathdin“ hat richtig herausragendes Riffing und „The Hatchet Murders“ arbeitet mit guten Spannungsbögen und Steigerungen. Die Aufzählung könnte so weiter gehen, jeder Song hat seine eigenen Charakteristika, die ihn trotz der Vertrautheit immer noch interessant macht.

Dass REVOLTING auch beim Sound konsequent an den Vorgänger anknüpfen, mag an dieser Stelle mein einziger Kritikpunkt sein. Denn wieder klingt das Schlagzeug sehr steril und gesichtslos. Mit etwas mehr Dynamik, Ecken, Kanten und einfach nur Dreck, würden die Songs noch eine Nummer fetziger klingen. So habe ich immer leicht das Gefühl, eine ordentliche Death Metal Kapelle mit einem mäßigen Drumcomputer zu hören.

Über dieses bekannte Problem schaue ich aber gerne hinweg. Ebenso über die Tatsache, dass REVOLTING hier mehr oder minder ein Nummer-sicher-Album abgeliefert haben. „Hymnes Of Ghastly Horror“ ist schlicht ein eingängiges, atmosphärisches und mitreißendes Album voller Hits.

Infos:
FDA Rekotz – 07.09.2012
CD – 9 Lieder / 35:43 Min.

https://www.facebook.com/pages/Revolting/144322252254789
http://www.fda-rekotz.com/gx/