Obscure Infinity – Putrefying Illusions

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Vor zwei Jahren haben OBSCURE INFINITY mit „Dawn Of Winter“ einen ordentlichen Einstand gegeben. Ein Jahr später, konnte die Band ihr Niveau noch mal steigern und hat mit ihrem Song „Sign Of The Nightsky“ wohl DEN Death Metal Hit des Jahres auf „United In Death„, ihrer Split mit den italienischen Profanal, gebannt. Dieser eine Song hat mich einfach nur umgehauen und meine Erwartungshaltung auf das nächste Album richtig hoch gesetzt. Ob das junge Quintett aus dem Westwald die Qualität dieses einen Songs auf die Länge eines ganz Albums übertragen und dann auch noch halten kann?

Spätestens nach dem vorab auf Youtube veröffentlichten Song „Ascension-Kenosis“ sollten aber alle Zweifel zerschlagen sein. „Putrefying Illusions“ wird den verdammt hohen Erwartungen gerecht. Das bereits erkennbare Potential des Debüts wurde hier mächtig ausgebaut. Besonders in der Melodieführung sind OBSCURE INFINITY gut gewachsen und präsentieren die meisten Riffs zweistimmig mit verdammt packenden Melodien. Ohne jemals cheesy zu wirken, ergänzen die Leads die morbide Atmosphäre des Albums um eine gewisse Griffigkeit. Die Songs bleiben einfach im Ohr und haben einen wiedererkennbaren Charakter. Ergänzt werden die Riffs durch die göttlichen Soli, die voller Hingabe und mit dem richtigen Feeling gespielt werden.
Eine eher weniger auffällige Weiterentwicklung erfuhr auch das Songwriting. Die Songs sind insgesamt ein wenig progressiver als noch auf „Dawn Of Winter„, gleichzeitig aber auch wesentlich mehr auf den Punkt gebracht. OBSCURE INFINITY spielen keinen Ton zu viel oder zu wenig. Jedes Lied ist ins seinem Ablauf wohl durchdacht. Gleiches kann man auf den Aufbau des kompletten Albums übertragen. Eingeleitet durch ein Spoken-Word-Intro und mit einem „Farewelll“ (hoffentlich nicht zu wörtlich gemeint) beendet, durchbrechen zwei akustische Intermezzi die düstere Fahrt des Albums. Sicher hat sich die Band bei diesen kurzen Momenten der Ruhe etwas gedacht, aber prinzipiell funktioniert „Putrefying Illusions“ auch ohne diese verspielten Unterbrechungen. Dafür sind die einzelnen Lieder selber schon abwechslungsreich genug!

Collecting A Desastrous Sun“ ist ein wunderschön-morbider Song, der eigentlich exemplarisch für das Album betrachtet werden kann. Das Hauptthema des Tracks wird konsequent durchgezogen und variiert, derweil sich umher griffige Melodien und finstere Atmosphäre erheben. Wie die einzelnen Elemente des Solos ineinander überspielen, ist das Sahnehäubchen auf diesem hervorragenden Eröffnungsstück! Das bereits bekannte „Ascension-Kenosis“ ist ein schwerer, zäher Brecher mit sehr nekrotischer Stimmung. Eine bösartige Nummer, die aber dennoch deutliches Hitpotential hat. „Crypts Of Damnation“ wird dann noch mal doomiger und entwickelt Dimensionen von einem Lavastrom. „The Wilting Splendour“ zeigt die räudigere, fast schon punkige Seite der Band, derweil „… Of Creating And Wasting„mit einem Death-mäßigen, etwas technischeren Part überrascht. Insgesamt passiert auf „Putrefying Illusions“ so viel, dass die geklimperten Zwischenspiele für die Abwechslung gar nicht nötig sind.

Den hohen Erwartungen wurden OBSCURE INFINITY mehr als gerecht. Das Niveau des Appetizers „United In Death“ konnte auf Albumlänge übertragen und gehalten werden. Es ist ein mächtiger Schritt nach vorne und einfach ein umwerfendes Album. Morbide, kraftvoll und intelligent positioniert „Putreying IllusionsOBSCURE INFINITY an der Speerspitze des deutschen Death Metals und ist nicht weniger als ein Pflichtkauf für jeden Leser von NecroSlaughter.de!

Infos:
Obscure Domain – 2012
CD – 12 Lieder / 38.52 Min.

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