Skeletal Remains – Desolate Isolation

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SKELETAL REMAINS sind eine verdammt junge Band. Gerade mal 2011 gegründet, hat die damals aus zwei Leuten bestehende Band direkt im gleichen Jahr ein Demo aufgenommen. Die Auflage war wohl vergleichsweise gering, die Zielgruppe primär der Freundeskreis von SKELETAL REMAINS. Doch schnell wuchs der Interessentenkreis und bald tauchten wurde die Band als kleiner Geheimtipp gehandelt. Natürlich bekam auch Rico von FDA Rekotz Wind von SKELETAL REMAINS und fand glücklicherweise auch gefallen an ihrer Musik. Sogar so sehr, dass er das Demo „Desolate Isolations“ dieses Jahr neu aufgelegt hat. Gleichsam auf Tape. Aber mit neuem Artwork. Dies ist wohl insgesamt das größte Manko an der Kassette. Das schlicht schwarze Cover mit dem Band-Logo wirkt im Vergleich zum originären Bild mit all den Totenschädeln ein wenig langweilig. Auch die schlichten, weißen Aufkleber auf dem Tonträger selber, sind nicht sonderlich spannend. Dafür gibt es aber ein professionell gedrucktes, sechsseitiges Booklet mit ein paar Meta-Infos und den Texten zum Demo. Und als Zugabe gibt es noch einen Sticker mit dem Bandlogo. Leider in der Mitte geknickt, damit er in die Hülle passt, aber da kann man gerne drüber hinweg sehen. Dafür ist die Musik einfach zu gut!

SKELETAL REMAINS sind angenehm in den späten Achtzigern/frühen Neunzigern verortet. Zwischen Gorguts zu „Erosion Of Sanity„-Zeiten, Death in der „Leprosy„-Ära als und Morgoth / Pestilence zur selben Zeit. Gerade die Liebe zu letztgenannter Band wird auch auf „Desolate Isolation“ deutlich zum Ausdruck gebracht. Nicht nur im van Drunen-ähnlichen Gesang, sondern auch im Pestilence Cover „Chronic Infection„, das wirklich mehr als ordentlich ist.

Interessanter ist aber das eigene Material. Und das ist verdammt mächtig. In den Songs passiert ordentlich was, ohne dass die Strukturen überladen wirken. Eher im Gegenteil, die Aufbauten erzeugen angenehme Steigerungen, die im Verlauf immer kraftvoller werden. Passend dazu gibt es ausschweifende Soli, die wirklich noch Gefühl haben und nicht nur pures Saitengewichse sind. Kleine Details wie zweistimmige Gitarrenleads im Titeltrack, die Gesangslinie gegen Ende von „Traumatic Existance„, die deutlich an „Born Dead“ angelehnt ist oder die schöne Stereo-Aufteilung der Stimme in „Sub-Zero Termination„, alles wunderschöne Fragmente, die dem Gesamtbild Substanz verleihen. „Desolate Isolation“ hat schlichtweg den Death Metal Vibe!

So wie mich letztes Jahr Cryptborn mit ihrem Demo/EP umgehauen haben, sind dieses Jahr SKELETAL REMAINS diejenigen mit dem mächtigsten Szene-Einstand. Für Fans der anspruchsvollen, alten Death Metal-Schule ist „Desolate Isolation“ einfach ein muss. Oder besser gesagt: war. Denn mal wieder bin ich etwas zu spät. Das Tape ist mittlerweile Ausverkauft. Doch sitzen SKELETAL REMAINS schon fleißig an den Arbeiten zu ihrem Full-Length, das dann auch über FDA Rekotz erscheinen wird. Ich freue mich jetzt schon tierisch!

Infos:
FDA Rekotz – 2012 (Re-Release)
Demo-Tape 4 Lieder / ~16 Min.

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