Gentrification – Part Of The Process

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Gentrification beschreibt den baulichen und sozialen Wandel eines Stadtviertels durch einkommensstärkere Bevölkerungsschichten. Ein Phänomen, was in Berlin rege beobachtet werden kann. Und scheinbar auch die Menschen dort beschäftigt. So erwählten im Jahre 2008 Jens Bargmann (Gitarre) und Michael Gückel (Schlagzeug), die beide erst kurz zuvor nach Berlin gezogen waren, GENTRIFICATION als Namen für ihre musikalischen Visionen. Nach einigen Wechseln in der Besetzung, wurde 2011 das erste Lebenszeichen der Band eingespielt, die EP „Part Of The Process„, die seit Juni 2012 offiziell erhältlich ist.

Ganz an das berlinerische „arm aber sexy“ kommt die selbstproduzierte Mini-CD aber nicht ran. Auf schwarzem Rohling mit weißem Aufdruck und schwarz/weiß kopiertem Umschlag bietet der Tonträger in der PVC-Hülle nicht wirklich einen optischen oder haptischen Genuss. Da wäre das DIY-Spray-Design, was die Band auf ihrer Facebook-Seite präsentierte wesentlich schicker. So erscheint alles etwas einfallslos.

Ähnliche Ideenlosigkeit muss ich leider auch der Death-Thrash-Mixtur von GENTRIFICATION zusprechen. Die Riffs sind melodisch aber irgendwie langweilig. Und viel zu Häufig erscheint das übertriebene Gedudel schlicht selbstverliebt. Gerade in den heftigeren Parts des sonst eher schleppenden „For Greater Say“ ist das Gedaddel nicht songdienlich, sondern reine Selbstdarstellung. Da Funktioniert die zweistimmige Steigerung von „Venom In Our Veins“ schon besser, wenngleich alles immer noch ziemlich nichtssagend ist.
Generell passiert in den Songs auf „Part Of The Process“ nicht sonderlich viel. Die paar Ideen, die GENTRIFICATION haben, werden einfach aneinander gereiht und zu Tode gespielt. „Solidarity“ ist generischer Death-Thrash, wie man ihn schon tausend Mal gehört hat und wie er schon beim ersten Mal einfach nur uninspiriert und langweilig war. Besonders die Pantera-Stakkatos am Ende sind ziemlich ausgelutscht. Der Gesang von Lena ist gesichtslos, versucht sich im typischen Wechsel aus tiefen Shouts und Gebelle, ganz gemäß The Black Dahlia Murder. Nur wesentlich kraftloser. Selbst der Lichtblick „Blood Circle„, der ordentlich nach vorne brettert und die wohl brauchbarsten Riffs der EP beinhaltet, kommt nicht kompakt daher, sondern verläuft sich unnötig.

Doch das ist wohl auch ein „Part Of The Process„, dass GENTRIFICATION einfach eine Mini-CD unter vielen, ähnlich bedeutungslosen Death-Thrash Veröffentlichungen in den deutschen Underground entlassen haben. Vielleicht sieht es ja der ein oder andere nicht ganz so vernichtend, wie ich es hier tue. Für die eigene Meinungsbildung haben die Berliner ihr Bandcamp-Profil mit allen fünf Songs zum Anhören bestückt:

Infos:
Eigenproduktion – Juni 2012
CDr – 5 Lieder / 17:21 Min

https://www.facebook.com/gentrificationmetal
http://gentrification.bandcamp.com/
http://www.gentrified.de/
https://twitter.com/g_fication