Desecresy – The Doom Skeptron

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Schwermütige Figurenbilder waren die Hauptthemen in Picasos blauer Periode. In monochromer Farbigkeit verbildlichte der Künstler die Isolation. DESECRESY pflegen eine ähnlichen Monochromatik. Ihr erstes Album „Arches Of Entropy“ in rot gehalten, gleich dem animalischen Charakter des Debüts. Das Zweitwerk „The Doom Skeptron“ schlägt die Analogie zu Picaso und zeigt sich in blau-schwarz. Das Zepter des Unheils ist ebenso Bestandteil des Covers, wie der allgegenwärtige Tod in Form des beliebten Schädelmotivs. Repetitiv in das brüchige Steinmuster eingearbeitet, kalte, karge Landschaften mit einer schwarzen Sonne zierend im Booklet. Zwar nicht auf dem „grim red“ Papier des Vorgängers gedruckt, sondern auf regulärem „glossy“ Papier – aber nicht minder kohärent in der Umsetzung.

Gleiche Stimmigkeit durchzieht auch den musikalischen Aspekt von „The Doom Skeptron„. Zunächst erschien es mir kälter, atmosphärischer als „Arches Of Entropy„. Doch bald wurde klar, dass es lediglich durchdachter und stimmiger als der Vorgänger ist. Das finnische Duo hat sich deutlich weiter entwickelt, die verwendeten Bausteine noch bewusster reduziert und strukturiert. „The Doom Skeptron“ klingt weniger ungezügelt. Doch niemals weniger wütend und bösartig. Eher das Gegenteil ist der Fall, wenn der gelebte Minimalismus, die aufs nötigste limitierten Leads einen unheilvollen, rituellen Charakter erbauen, erhabene Atmosphäre gleich Funebre erzeugen. Nur um im nächsten Moment wieder treibende Riffs und Rhythmen für eine gänzlich andere Art der Brutalität verwenden. Als Beispiel bewget sich „Declined Resplendence“ in einer verhängnisvollen Spirale von dickem Bolt Thrower Riff immer tiefer in den Abgrund, bis der erschlagende Groove im nackenbrechenden Slowdown am Ende des Songs einfach alles nichtet.

Eine ähnlich fatalistische Entwicklung kann man durch das gesamte Album beobachten. An jeder Ecke lebt „The Doom Skeptron“ von dicken, kraftvollen Riffs, sehr hypnotischen Leads und verdammt schweren Rhythmen. Eine schwermütiges Doom-Death Scheibe, deren zelebrierte Gleichförmigkeit eher als Trademark und Stilmittel, denn als Ideenlosikgeit verstanden werden kann, nein, sogar muss. Denn der resultierende Charakter, die mürbende, groteske Atmosphäre, der rituelle Touch, der tief verzweifelte Nihilismus bringt DESECRECY von ihrem Debütalbum auf die nächste Stufe. Zu Abhorrence, Funebre, Demigod und Convulsed, zu Krypts, Stench Of Decay und fast schon zu an die Finsternis von Swallowed.

Bei der Intensität, die „The Doom Sceptron“ mit sehr einfachen Mitteln erreicht, ist es wirklich schade, dass dieses Album mehr oder minder klanglos in die Szene geworfen wurde. Ohne große Aufmerksamkeit durch die Medien und ohne große Promotion durch Xtreem Music. Dabei verdienen DESECRESY hier noch mehr Gehör, als noch mit ihrem Einstand. Und dieser war bereits verdammt mächtig! Fans von finnischem Death Metal sollten unbedingt zugreifen – sofern noch nicht geschehen. Noch sind DESECRESY ein Geheimtipp. Wenn sie das Niveau auf dem nächsten Album nur annähernd halten können, wird sich das rapide ändern!

Infos:
Xtreem Music – Juni 2012
CD – 8 Lieder / 39:12 Min.

https://www.facebook.com/pages/Desecresy/244902242257521
http://www.xtreemmusic.com/