Blank – Calix

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„At long last we have all the answers“ – „Well, what does it say?“ – „It says nothing. It’s BLANK!“ – Mit einem wunderschönen Intro-Sample stellen sich die solingern/kölner BLANK vor und machen direkt eines klar: Sie sind verdammt pessimistisch und stehen an der Grenze zum Nihilismus, bereit zum Fallen! Das mag man zunächst gar nicht vermuten, wenn man das Debüt-Album „Calix“ in den Händen hält. Mit dem Mut zum Freiraum wirkt das überwiegend weiß gehaltene Artwork von Hassan Haider (u.a. auch Kunst für Patsy O’Hara/Alpinist oder Planks) nicht annähernd so hoffnungslos wie die Musik von BLANK. Gleichzeitig versprüht das Motiv mit den Tentakeln und nautischen Elementen gewisse Urlaubsgrüße aus Innsmouth. Schön, dass dieses Motiv auch das opulente Lyric-Sheet auf der Rückseite ziert, fast einem Poster gleich. Das Cover von „Calix“ wurde entsprechend zur edlen Grafik per Siebdruck hergestellt und bietet in Kombination mit dem schwarzen Innersleeve und der weißen Vinyl, limitiert auf 300 Einheiten ein richtig schönes Gesamtpaket. Da ist der Preis von 10 Euro pro Platte wirklich mehr als angemessen!

Ähnliches Qualitätsverständnis wie bei der Verpackung, zeigen BLANK auch musikalisch. „Calix“ ist dreißig Minuten düsterer Hardcore – aber intelligent gespielt und aufgebaut! Innerhalb der Songs passiert verdammt viel, ohne dass dabei der rote Faden verloren geht. Die Musiker wissen ganz genau, wo die Riffs bewusst etwas reduzierter sein müssen, dafür die Struktur des Liedes etwas dynamischer, damit sie sich von anderen Bands positiv abheben. Gleiches übertragen sie auch auf ihr gesamtes Album, erschaffen eine ähnlich fassettenreiche Klanglandschaft. Von schleppend, zähem Hassklumpen bis zum aggressiven Geböller inklusive Blastbeats fahren BLANK mehr als nur ein blankes Stück Papier.

Mir persönlich gefallen die unheilvoll langsamen „Türme“ und „Folgen“ dabei am besten. Besonders das anfängliche Crescendo von letztgenanntem Lied in Verbindung zu den Samples und leichten Anleihen an Fall Of Efrafa machen den Song direkt zu Beginn verdammt kraftvoll. Die Steigerung in angepisste Gangshouts und dicke Klangteppiche, die ein wenig an Shoegaze erinnern, bilden einen nihilistischen Monolithen. Ähnliche Gitarrenwände erbauen auch „Türme“ und lassen bei mir die aktuellen Versuche von Murder Therapie im Hinterkopf aufblitzen. Gleichsam ist das drückendere und deutlich aggressivere „Rotten Kingdom“ mit seinen reitenden Riffs ein absolutes Highlight der Schallplatte. „Bruch“ ist alleine wegen seiner finsteren Melodieführung und seiner energiegeladenen Herangehensweise ein verdammt guter Song. Und so könnte die Liste weiter und weiter geführt werden. Bis hin zu den schnelleren Songs wie „Totenwache“ oder dem Opener „Scorched Earth„. Denn BLANK servieren keinen schlechten Song, sondern halten ein permanent hohes Niveau, egal in welcher Interpretation sie ihren düsteren Hardcore darbieten.

Ob es nach der gemeinsamen Tour mit Unrest noch Exemplare der Schallplatte gibt, ist fraglich. Doch sind BLANK so kulant, dass sie von Anfang an ihre Songs auch auf Bandcamp zum kostenlosen Download anbieten. Wer will, kann dort aber auch zunächst in „Calix“ reinhören und sich selber eine Meinung bilden. Mehr als zwei Songs wird es aber nicht brauchen, bis BLANK ihre Qualitäten mehr als deutlich beweisen können…

Infos:
Fucking Kill Records, BLack Trash Records – 2012
LP – 9 Lieder / 30:07

http://blankhc.bandcamp.com
http://facebook.com/blankhc
http://blacktrashrecords.blogspot.de/