Velocidad Absurda – Inexorably Doomed To Cataclysm

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Nachdem VELOCIDAD ABSURDA für ihr Debüt vierzehn Jahre gebraucht haben, ging es mit dem Nachfolger nun umso schneller. Zugegeben, zwischen der Gründung 1997 und „Reborn For The Extermination“ lag die spanische Brutal Death Metal Band auch mal längere Zeit auf Eis. Das ändert aber nichts daran, dass man in „Inexorable Doomed To Cataclysm“ ruhig etwas mehr als ein Jahr Arbeit hätte stecken können und sollen. An der optischen Ästhetik hat sich in der kurzen Zeit nichts getan. Wieder wird ein Foto mit ein bisschen Bildbearbeitung in die Richtung ranziger Verwesung gedrückt und bekommt abermals eher durchschnittlichen Charme. Da aber hinreichend bekannt ist, dass gerade im Brutal Death Metal die optischen Komponenten sehr begrenzt sind, kann man VELOCIDAD ABSURDA an dieser Stelle fast schon eine gewisse Konsequenz, vielleicht sogar schon ein bestimmtes Trademark aussprechen. Man weiß sofort, dass es sich um ein neues Album der Zaragozaner handelt.

Beim Sound war die Band hingegen etwas experimentierfreudiger. Für das aktuelle Album mit dem unaussprechlichen Namen „Inexorable Doomed To Cataclysm“ ließ man das Mastering im Soundlodge Stuido machen, was mit seinen Produktionen für Obscenity, Dew Scented oder Gorezone (oder tausende andere) sicherlich bekannt ist. Dieser Schritt war aber vielleicht nicht das Klügste, was VELOCIDAD ABSURDA machen konnten. Wo das Debüt „Reborn For The Extermination“ richtig fett klang, jeden Beat ordentlich auf Klick sitzen hatte und ordentlich Druck erzeugte, klingt das Zweitwerk deutlich schwachbrüstiger. Es fehlt insgesamt etwas an Druck. Auch wenn dadurch der neu gewonnene Bassist Jorge mit seinem scheppernden Instrument gut zur Geltung kommt. Doch hätte man gleichzeitig wirklich auf weitere Bearbeitung der Drums verzichten müssen?
Eigentlich bin ich kein großartiger Freund von Pro-Tools und Triggern. Sicherlich haben diese Werkzeuge mehr meiner Lieblingsplatten geprägt, als ich mir selber eingestehen will. Dennoch mag ich eigentlich eher ursprünglichen Sound. Auf „Inexorable Doomed To Cataclysm“ überschlägt sich das Schlagzeug aber dermaßen, dass ich mir etwas Nachbearbeitung gewünscht hätte. So klingt das Album nach den bekannten Einflüssen von alten Dying Fetus, frühen Devourment und dem Demo von Resection, deren Drummer später bei Brodequin ausgeholfen hat. Eine ziemlich kaputte Mischung!

Neben den akustischen Defiziten haben VELOCIDAD ABSURDA auch stilistisch abgebaut. Wo auf dem Debüt noch gelegentlich verspielte, eigene Elemente versteckt waren, mangelt es dem aktuellen Album eigentlich gänzlich an Identität. Die Riffs sind genau so chaotisch wie die Breaks, die Slams tausend mal gehört und die gelegentlich eingestreuten Arpreggios unnütz wie Sau. Dass die meisten Gitarrenarbeiten so stumpf und simpel wie möglich gehalten sind, steigert die Eingängigkeit des Materials nur marginal. Eher ist man von den platten Riffs genervt, als dass irgendein Song wirklich im Gehör bleibt. Die besten Nummern sind tendenziell noch das dicke „Dawn In The World Burning“ oder „Doomed To Extinction„. Doch leider wird bei letzterem das Schlussriff mehr als drei Minuten lang zu Tode gespielt. Verdammt nervig, verdammt langweilig.

Am Ende haben sich VELOCIDAD ABSURDA aus dem soliden Mittelfeld in die Belanglosigkeit gespielt. Schade so ein Urteil fällen zu müssen. Gerade, wo die Band so nett war, und mein eher durchschnittliches Review zum Debüt mit einer Danksagung im aktuellen Booklet zu würdigen. Doch im Endeffekt funktioniert „Inexorable Doomed To Cataclysm“ hinten und vorne nicht. Dass es mit etwas geradlinigerem Abläufen und anderer Produktion besser wummst, beweist alleine der Bonus-Track „Ignominia„, der der 10“-Split mit Himura entliehen wurde und wesentlich kraftvoller klingt, als der Rest des neuen Albums.

Infos:
Hecatombe Records – 23.05.2012
CD – 9 Lieder / 38:30 Min.

http://www.myspace.com/376328940
http://velocidadabsurdabrutal.blogspot.com/
http://www.myspace.com/hecatomberecords