Unchallenged Hate – New Hate Order

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Nachdem Dust und Human Paranoid etwas atypische Releases waren, gibt es mit UNCHALLENGED HATE wieder etwas, was dem Labelnamen Grindattack gerecht wird. Zwar gibt es keinen puren Grindcore, sondern Death-Grind. Doch das soll an dieser Stelle nicht sonderlich stören. „New Hate Order“ ist mittlerweile das vierte Album der 1997 gegründeten Truppe aus dem Rurgebiet und spielt angenehm abseits von gängigen Trends und Klischees. Für Szene-Freaks gibt es auch noch ein Wiedersehen mit Robert Nowak, der vielen vielleicht von seinen aktuellen Bands Fake Idyll und Phobiatic bekannt ist. Oder von seinen etwas bekannteren, ehemaligen Bands Jack Slater, Japanische Kampfhörspiele und Infecdead. Zugegeben, letztere waren nicht sonderlich groß, aber live definitiv witzig anzusehen.

Entgegen dem großen Namedropping rund um Nowak, spielen UNCHALLENGED HATE nicht großartig übertriebenes technisches Gewichse. „New Hate Order“ hat dennoch einen gewissen qualitativen Anspruch, der im oft doch ziemlich stumpfen Genre ein wenig in den Hintergrund gerückt erscheint. Im Zusammenhang mit der Schublade Death-Grind kommt es zwangsläufig zu Vergleichen mit Dying Fetus, die in „Of Thousand Fires“ oder „Democracide“ auch sehr offensichtlich erscheinen. Doch gerade im letztgenannten Song werden auch die verspielten Einflüsse von Jack Slater deutlich hervorgehoben. „Hostile Intent“ oder „Downpal“ erinnern mich gleichermaßen an die Frühphase von Cryptopsy. „Blackwater Rising“ überrascht da schon fast mit seinen Metalcore-Anleihen. Vom epischen und übermelodischen „The Three Beasts“ braucht man an dieser Stelle wohl nicht weiter zu sprechen. Der Track ist wohl in allen anderen Reviews in seinen hervorstechenden Eigenschaften erwähnt worden. Das ändert natürlich nichts an seiner Awesomeness.

Die Assoziationen könnten vielschichtig sein. Kurzzeitig hatte ich auch mal den Namen Poostew auf der Zunge. Auch wenn UNCHALLENGED HATE eigentlich gar nicht danach klingen. Dennoch hat „New Hate Order“ etwas mit der leider verblichenen Truppe gemein: Neben den deutlichen Bezügen zu den Wurzeln des Genres erschaffen sie gleichermaßen griffige Melodien und damit auch abwechslungsreiche und prägnante Songs. Einen Meilenstein haben UNCHALLENGED HATE sicher nicht errichten können. Aber ein durchweg überzeugendes Death-Grind-Album, das auch gerne über die engstirnigen Genre-Grenzen hinweg schaut und dadurch abwechslungsreiche Brutalität bietet.

Zusätzlich zu der schwarzen LP mit Texteinleger war ursprünglich auch ein digitaler Download des Albums geplant. Doch irgendwie hat das alles nicht geklappt. Darum entschloss sich Grindattack kurzerhand neben einem Aufkleber auch noch eine CDr der Schallplatte beizulegen. Diese hat als Entschädigung auch noch drei Bonus-Songs, die das Paket auf eine Gesamtspieldauer von knapp einer dreiviertel Stunde anheben. In Anbetracht des günstigen Preises von 12,90 direkt über den Labelshop, eine verdammt runde Angelegenheit.

Infos:
Grindattack – 2012
LP / 12 Lieder – 36:54 Min.
(CDr 15 Lieder – 44:53 Min.)

http://www.unchallengedhate.de/
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