Morbidity – Pits Of Eternal Torment

 , , ,

Oha! Eine Band aus Bangladesh. Gerade mal 2011 gegründet – oder zumindest in den letzten Zügen des Jahres 2010. Bisher gab es noch kein Lebenszeichen von MORBIDITY. Und nun kommt ihr Demo direkt über Imperium Productions heraus. Streng limitiert auf 100 Exemplare. Da muss doch was besonderes dran sein, oder?

An dieser Stelle sollte man wohl genauer hinhören. Denn im ersten Moment ist „Pits Of Eternal Torment“ ein typisches Demo. Scheinbar aufgenommen im Proberaum, ist der Sound eher suboptimal. Die Becken scheppern im Vordergrund, die Gitarren waten durch den Soundmatsch. Der Gesang versteckt sich ein wenig hinter den beiden. Den Bass nimmt man gleichermaßen eher passiv und hintergründig war, auch wenn er gelegentlich schon mal etwas im Mittelfeld mitscheppert. So wie im Titeltrack des Demos. Zu dieser eher bescheidenen Aufnahmequalität muss man nun noch das typische Grundrauschen einer Kassette hinzu addieren, das macht die Evaluation der Musik nicht unbedingt einfacher. An dieser Stelle bin ich fast froh um die digitale Bemusterung.

Wenn man sich aber dem Sound geöffnet hat, offenbaren MORBIDITY Potential. Obwohl man der Band noch deutlich das Frühstadium anhört, die Songs roh und ungezügelt sind und man sich hier und dort auch mal deutlich verspielt, atmen die Jungs den Spirit der alten Death Metal Schule. Düstere Lead-Gitarren, furiose, quitschende Soli und ungehobeltes Geschepper bieten eine gute Ausgangsbasis. An Ende von „Morbidity“ überzeugt der finstere Teil. Auch der Groove von „Let There Be Chaos“ ist richtig dick und kraftvoll. Das größte Potential zeigt aber der Titeltrack des Demos. Hier kommt zu den morbiden Melodien griffige Riffs und das Maß an Experimentierfreude, das MORBIDITY von den gängigen Copycats abheben könnte.

Neben den drei eigenen Songs, gibt es noch das Nunslaughter-Cover „Killed By The Cross„, das amtlich umgesetzt wurde. Leider wurde dies live vor Publikum aufgenommen. So hört man eigentlich permanent Störgeräusche wie das Publikum bei der Aufnahme und der Gesang scheint noch etwas leiser als auf dem restlichen Demo. Daher sollte dieses Gimmick wirklich nur als Bonus gesehen werden. Die eigentliche Stärke liegt bei dem eigenen Material von MORBIDITY. Wenn auch nicht in der Aufnahmequalität.

Soweit ich mitbekommen habe, arbeitet die Band aktuell am Material für ihr Debüt-Album. Das soll dann über Me Saco Un Ojo Records erscheinen. Hoffentlich wird dann der eingeschlagene Weg weiter ausgebaut und besser verpackt. Da ich eigentlich davon ausgehe, dass das Tape mittlerweile ausverkauft ist, kann man sich auf dem Bandcamp-Profil von MORBIDITY einen Eindruck von „Pits Of Eternal Torment“ machen.

Infos:
Imperium Productions – 10.04.2012
Demo-Tape – 4 Lieder / 11:28 Min.

https://www.facebook.com/pages/Morbidity/133630130030339
http://morbidity.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/pages/Imperium-Productions/164960710278969