Legio Occulta – Slime Crawler

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Entrails geben aktuell vollgas. Ein Jahr nach dem Debüt „Tales From The Morgue„, folgte direkt Album Nummer zwei, „The Tomb Awaits„. Und soweit ich weiß, laufen die Arbeiten am nächsten Full-Length auch schon auf Hochtouren. Einige Fans sind von diesen Veröffentlichungszyklen weniger angetan. Gut Ding braucht doch Weile. Da ist es eigentlich fast schon verwunderlich, dass Bassist und Sänger Joakim Svensson bei dem Arbeitstempo von Entrails überhaupt noch Zeit für etwas anderes hat. Auch wenn seine andere Band Birdflesh momentan etwas faul ist. Doch direkt ein komplettes neues Projekt aus dem Ärmel schütteln? Respekt!

So übernimmt Svensson für LEGIO OCCULTA alle Aufgaben. Alle Instrumente, alle Texte. Und neuerdings auch das Engeneering. Beim ersten Demo seines Solo-Projekts hat aber noch Jimmy Bloodspill, der Mastermind von Entrails, das Mixing übernommen. Dennoch haben die beiden Bands wohl nur den Spaß am alten Sound gemein.

Einigen Metallern sind Entrails zu gehyped und in ihrem Entombed-Sound etwas zu trendy. Bei LEGIO OCCULTA brauchen sie davor aber keine Angst zu haben. Das erste Demo „Slime Crawler“ vom März 2011 ist alles andere als angepasst. Der Sound ist räudig, die Drums poltern, der verhallte Gesang ist abgrundtief fies. Doch gerade diese Mischung macht ordentlich Spaß! Besonders das schön dreckige „Rotten Funeral“ läd im Refrain zum Mitsingen und Moshen ein. Auch bei „Crawling In Slime“ ist man versucht mitzugröhlen, braucht aber eher eine Tardy’sche Ansammlung von wortmalerischen Urlauten denn wirklichen Texten. „Smells Like Guillotine Spirit“ hat zwar einen doofen Namen, gleichzeitig aber auch ordentlich rockenden Groove. Lediglich das schwer schleppende „Dead“ schafft es nicht ganz, meine Gunst zu erhaschen. Die morbide Lead-Gitarre ist zwar sehr nett, aber insgesamt kommt der Song nicht an den abgefuckten und punkigen Vibe der anderen Lieder ran.

Das Gesamtbild von LEGIO OCCULTA beschreibt Morbid Angelo aka Svensson eigentlich selber am besten:

Babies and kittens explode when this is played!
PLAY ON LETHAL VOLUME ONLY!
METAL IS NEVER DIE!

Slime Crawler“ ist dreckig und mit einigen Ecken und Kanten. Es ist keine trendverliebte Retrowellenmusik. Es ist Lo-Fi Death Metal der Marke Autopsy. Fans der französischen Herpes und von Repuked sollten alleine wegen „Rotten Funeral“ die vier Euro in die Hand nehmen, und ein Tape bei Weed Hunter Records bestellen. Für das Geld bekommt man eine professionell bedruckte, rote Kassette mit gleichsam qualitativem Inlay in schwarz-weiß.

Und da Svensson scheinbar wirklich nicht ausgelastet ist, gibt seit November 2011 auch schon das zweite Demo von LEGIO OCCULTA: „The Cross Turned Upside Down„. Der Junge braucht dringend ein Hobby…

Infos:
Weed Hunter Records – 2011
Demo-Tape – 4 Lieder

http://www.myspace.com/legioocculta
http://weed-hunter-records.blogspot.de/