Last Legion Alive / Hellstorm – Split LP

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Ein Jahr lang ist sie nun draußen. Die Split LP von LAST LEGION ALIVE und HELLSTORM. Erschienen als Zusammenarbeit von Active Rebellion, Deviance, Svoboda, Scream, Ya-Basta und Black Raven. LAST LEGION ALIVE hatte ich auf dem Crustmas 2010 als guten Live-Act erlebt. Dennoch dauerte es irgendwie ziemlich lange, bis ich die Split in die Hände bekam. Und irgendwie verging noch mal ein halbes Jahr, bis ich mich für ein paar Worte zu dem Teil erwärmen konnte. Eine Schande, wie konnte ich die gesamte Geschichte nur so schleifen lassen? Vielleicht, weil HELLSTORM nicht so ganz meine Baustelle sind und mich der Release nicht in seiner Ganzheitlichkeit mitreißen konnte?

Dabei ziert die Split ein so schönes Cover. Das martialische Bild hat eigentlich alles für das Genre: Die Reiter der Apokalypse, knorrige Bäume und eine gewisse Kupferstichoptik. Vielleicht fehlt es dem Bild etwas an Differenzierung zwischen all den Details, etwas Kontrast. Das Motiv selber gefällt mir auf jeden Fall. Stiv Of War hat hier einen sehr passenden Job abgeliefert, der den musikalischen Inhalt angemessen verpackt.

Auf der Seite „Legion“ bekomme ich das erste richtige Material der Belgier zu hören. Angeblich gab es zuvor noch ein Demo, doch leider konnte ich bisher nichts weiter in Erfahrung bringen. Die Erinnerung an das Crustmas haben mich nicht getäuscht: Alte Bolt Thrower treffen auf Axegrinder. Ein kriegerisches Gemisch, das walzend und schier unaufhaltsam ist. LAST LEGION ALIVE klingen apokalyptisch und absolut Hoffnungslos. Diese Endzeit-Attitüde dürfte sicher nicht dem typischen War Metal Fan gefallen. Die vier Songs sind dreckig und pessimistisch, spielen nur zaghaft mit leicht melancholischen Melodien. Die sägenden Gitarren-Leads in „Glorious Dead“ sind eher hintergründig, der sludgy-touch aus „Life“ ein interessantes Stilmittel.
Die musikalischen Besonderheiten sind aber noch zu dezent. Die richtige Stärke von LAST LEGION ALIVE liegt in der nihilistischen Atmosphäre. Da wirkt lediglich der Sound der Becken etwas befremdlich. Gerade in den schnellen D-Beat-Passagen klingen Hi-Hat und Crash-Cymbals wie rückwärts abgesipelt. Das verwirrt mich als Hörer.

Die Seite „Storm“ macht ihrem Namen alle Ehre. Wo LAST LEGION ALIVE eine gewisse Heroik ausstrahlen, kloppen die griechischen HELLSTROM mit dem Schnitzelhammer alles in bester Doom-Manier klein. Straight, geradeaus und roh wie ein frisch gekauftes Kotelette. Prinzipiell klingt der stumpfe Crust nicht ganz so apokalyptisch, wie auf der Seite „Legion„. So als ob HELLSTORM noch einen Schritt vor dem Abgrund stehen. Doch dann stürzen sie sich „Into Oblivion“ und damit in die Endzeit. Ein richtig cooler Track, düster, dreckig, mürbend und mit griffiger Gesangslinie. Mein persönliches Highlight auf dieser Seite. Die restlichen drei Songs laufen gut durch. Besonders „World Wide Suicide“ hat schön rollenden Groove. Doch insgesamt bewegen mich HELLSTORM nur so sehr, wie ein Sturm im Wasserglas.

Infos:
Active Rebellion/Deviance/Svoboda/Scream/Ya-Basta/Black Raven – Mai 2011
Split-LP – 8 Lieder

https://www.facebook.com/pages/LAST-LEGION-ALIVE/100715930012477
https://www.facebook.com/pages/Hellstorm/283269785033817
http://www.cvltnation.com/cvlt-nation-interviews-last-legion-alive/