Ephel Duath – On Death And Cosmos

 , , , ,

Die Stille war lang, die Spannung war groß! Wohin sollte die Reise gehen? Nach dem 2009 erschienenen Konzept-Album „Through My Dog’s Eyes“ wurde es still um EPHEL DUATH. Dann kam die Meldung: Alles neu! Davide Tiso ist mittlerweile von Italien in die USA migriert. Dort hat er EPHEL DUATH komplett neu aufgebaut. Den Gesang übernimmt seine Frau Karyn Crisis (ex-Crisis). Den Bass hält niemand geringerer als Steve DiGiorgio (u.a. Sadus und tausend andere Bands). Fürs Schlagzeug wurde wieder Marco Minnemann (u.a. Necrophagist und Kreator) ins Boot geholt, der auch schon auf dem letzten Full-Length die Stöcke schwang. Nachdem man sich von Earache Records getrennt hat, ist das polnische Agonia Records die neue Heimat der Band.

So viele Namen, aber offen bleibt immer noch die Frage, wie die neuen EPHEL DUATH klingen. Der dicke Stoner-Touch von „Through My Dogs Eyes“ war wohl für viele Fans ein Schock. Ankündigungen versprachen eine Rückbesinnung auf „Pain Necessary To Know“ – doch wir wissen: Solche Versprechungen heißen bei EPHEL DUATH nicht viel. Die Band ist quasi unberechenbar. Und „On Death And Cosmos“ überrascht in der Tat mal wieder.

Tisos Gitarrenarbeit haftet ein unverwechselbarer Klang an. Die leichten Dissonanzen erzeugen ein Gefühl der Vertrautheit. Doch schnell klingt „On Death And Cosmos“ schon zu bekannt. Die drei Lieder „Black Prism„, „Raqia“ und „Stardust Rain“ bieten untereinander kaum großartige Unterscheidungspunkte. Sicherlich gibt es immer wieder herausstechende Momente, besonders bei den interessanten Gesangslinien. Doch insgesamt plätschert die EP doch sehr stark vor sich hin.

Es fehlen die großen prägnanten Momente. So wie „Through My Dog’s Eyes“ durch hypnotischen Repitative und staubigen Wüstencharme überzeugt hat. Oder „Pain Remixes The Known“ durch die Perversion des eigenen Schaffens. Oder „Pain Necessary To Know“ durch die zügellose Zerstörung von Normen und Konventionen in der Musik. „On Death And Cosmos“ mangelt es an impulsiven Eruptionen, energetischen Hakenschlägen innerhalb der Songstrukturen und den prägnanten Melodien der Vorgänger.

Instrumental bewegt sich das Trio Minnemann, DiGiorgio und Tiso freilich auf einem außerordentlichen Niveau. Doch hört sich das Ergebnis zu kopflastig, zu kalkuliert an. Und trotz einiger sehr netter Ideen, hätte ich mir von Karyn Crisis auch etwas mehr Dynamik erhofft.

So bleibt am Ende ein wenig Ernüchterung. „On Death And Cosmos“ ist sicherlich kein schlechtes Stück Avantgarde oder Jazz Metal oder wie man auch immer diese progressiven 20 Minuten Musik nennen mag. Im Gegenteil, gerade „Stardust Rain“ wächst mit jedem Hören und ist ein verdammt geiler Song! Doch im Kontext von EPHEL DUATH fehlt einfach etwas Biss, etwas Feuer.

Infos:
Agonia Records – 21.06.2012
MCD – 3 Lieder / 20:31 Min.

https://www.facebook.com/EphelDuathOfficial
http://www.agoniarecords.com/