Degial – Death’s Striking Wings

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Direkt der erste Eindruck erweckt Interesse, morbide Faszination. Ein schlichtes, hauptsächlich schwarzes Cover mit grau-braunem Motiv. Eine wunderschöne Black Metal-Ästhetik mit Knochen, absurder Verschmelzung von Gebein. Im Hintergrund das Petrus-Kreuz. Das Bandfoto auf dem Inlay erinnert in seiner okkulten Mystik an Swallowed, die Typografie an Venenum. Okkulte Symbole durchwachsen das Booklet, zieren schlicht den Aufdruck der CD. Die komplette Aufmachung von DEGIALs Debüt-Album steht in der Tat unter „Death’s Striking Wings„. Der liebevoll rituelle Charakter ist absolut großartig und macht Interesse auf mehr. Kann eine Band, die heute noch so viel Wert auf die visuelle Seite ihres ersten Full-Length legt, überhaupt schlecht sein?

Mit Nichten! DEGIAL sind genau so großartig, wie die Aufmachung ihres ersten Albums. Wenn man sich ein wenig dem Name-Dropping hinter der Band hingibt, ist dies eigentlich nicht verwunderlich. Dort finden sich (ex-)Musiker von Repugnant, Invidious, Watain, Shining und Undergang. Da kann doch eigentlich nichts schief gehen.

Den größten Einfluss auf „Death’s Striking Wings„, hatten wohl frühe Morbid Angel. Vor allen „Altars Of Madness“ hört man an allen Ecken und Enden heraus. Den größten Worship bildet dabei der Titeltrack des Albums, der gleichzeitig wohl eine der besten Death Metal Hymnen des Jahres ist. Der Song kann einfach alles, von der unheilvollen, zerstörerischen Atmosphäre zu den schön-schleimigen Gitarren und einer verspielten Herangehensweise hat er einfach alles.
Ähnlich überzeugend ist die musikalische Lautmalerei von „Swarming„. Die Gitarren simulieren in mehreren Interpretationen einen verdammt angepissten Hornissenschwarm. Zu dem forschen und abgedrehten Gesamtbild integrieren DEGIAL noch ein Slayer-inspiriertes Solo. Generell sind die ekstatischen Soli eine der großen Stärken der Band. Dazu gesellt sich die okkulte Atmosphäre und die ungestüme Experimentierfreude. „Serpent’s Tide“ hat zum Ende hin für heutige Verhältnisse ungewöhnliche Gitarrenläufe, „Black Grave (The Gateway)“ hat aberwitzige Tempowechsel und Breaks und überrascht mit einem verdammt rockigen Mittelpart. DEGIAL wirken trotz deutlicher Bezüge zum alten und rohen Death Metal unglaublich frisch und voller Energie. Dabei sind sehr viele Ideen in den Songs nicht einfach nur impulsiv, sondern auch verdammt intelligent.

Ohne irgendwelche Ausfälle ist „Death’s Striking Wings“ ein verdammt gutes Debüt-Album und definitiv jetzt schon eine der stärksten Scheiben des Jahres. DEGIAL zeigen den altersschwachen Morbid Angel locker, wo der Opferdolch im Jahre 2012 bedrohlich über dem Altar schwebt. Ergänzt durch das unglaublich stimmige Artwork, ist diese Scheibe ein definitiver Kauf-Tipp. Wer tendenziell eher den traditionellen Medien Tape und LP zugetan ist, muss aber leider noch etwas Geduld beweisen. Die Release-Termine für diese beiden Formate stehen noch nicht fest. Die CD-Variante ist zum Ende Juno hingegen über Sepulchral Voice Records erhältlich.

Infos:
Sepulcharl Voice Records – 29.06.2012
CD – 8 Lieder / 35:50 Min.
https://www.facebook.com/pages/Degial/176386435721954
http://www.sepulchralvoice.de/