Coffin Texts – The Tomb Of Infinite Ritual

 , , ,


Ich habe mir ja gar nicht mehr die Mühe gemacht, in das letzte Album von Morbid Angel reinzuhören. Zu viele schlechte Stimmen aus den Medien und von Leuten, denen ich geschmacklich schon sehr vertraue. Warum sollte ich mir da eine eigene Meinung bilden? Ich war da faul und habe lieber Obliteration gehört, die den alten Spirit von „Altars Of Madness“ oder „Blessed Are The Sick“ weiter aufrecht halten. Nun bekommen die Norweger aber ordentliche Konkurrenz aus Los Angeles. COFFIN TEXTS melden sich aus ihrem Sarkophag zurück. Zwölf Jahre nach ihrem Debüt und gut zehn Jahre nach ihrem letzten Lebenszeichen in Form eines Demos, gibt es das neue Album „The Tomb Of Infinite Ritual„. Und dieses unheilige Ritual ist ein richtiger Leckerbissen für den Fan von sinistrem Death Metal!

Lyrisch interessieren sich COFFIN TEXTS zwar mehr für das alte Ägypten. Doch uns als Fan kann es eigentlich egal sein, ob die modrigen Ghouls nun aus einer Kapelle wandeln, oder „Mumie“ heißen und aus der Pyramide torkeln. Der Spirit ist auf jeden Fall unheilvoll und modrig. Dieses Feeling transportieren COFFIN TEXTS genau so gut, wie alte Morbid Angel. Als Stilmittel gibt verwenden sie gleichermaßen durchweg geile Riffs und ein mörderisches Drumming. Dagegen scheint selbst Sandoval etwas flügellahm.

Zugegeben, manchmal klingen COFFIN TEXTS schon sehr opulent. Die Blastbeats mit durchgehender Doublebass sind alleine schon heavy. In Verbindung mit dem fetten Riffing und den angeschwärzten Vocals klingen manche Passagen dann etwas überladen. So am Ende von „Dieties Of The Prime Evil Chaos„, wenn Solo, Riff, Geballer und Geschrei einen fast schon dissonanten Klangmatsch erzeugen.

Doch im Allgemeinen funktioniert der Sound wunderbar. Zumal COFFIN TEXTS es echt drauf haben, nicht nur zu ballern. Andererseits würden die überlangen Songs schnell langweilig. „Final Transformation“ ist der kürzeste Song, knapp unter fünf Minuten. Mit acht Minuten ist „Divination“ das längste Stück. Da erfreuen „The Sacred Eye“ mit seinem sehr rituellen Part und den geil platzierten Breaks am Anfang. Oder auch die diversen Flanger-Effekte, die man schon seit längerem nicht mehr im Death Metal hört. Mein persönlicher Favorit ist „Final Transformation„. Ja, es ist totale „Blessed Are The Sick„-Worship-Kacke. Aber der Song hat einfach alles! Schwer drückenden Groove, derbes, wuchtiges Geballer, geile Atmosphäre und flinke Soli. Für mich Anwärter auf den Song des Jahres.

Dass COFFIN TEXTS keineswegs Innovativ sind und bis auf die Ägypten-Thematik kaum eigene Impulse in die Musik bringen, ist an dieser Stelle vollkommen egal. „The Tomb Of Infinite Ritual“ ist ein unglaublich geiles Tributalbum. Die Riffs sind geil, die Atmosphäre stimmt und es ist ohne Ende brutal. Was will man mehr? Richtig, das Album als Hardcopy! Die CD bekommt man von Dark Descent. Die Schallplatte soll über Blood Harvest erscheinen. Wann und wie, kann man leider auf der Webseite nicht ablesen. Doch selbst wenn es noch ein halbes Jahr dauert, das Warten ist es definitiv wert!

Infos:
Dark Descent (CD) / Blood Harvest (LP) – 03.05.2012
CD/LP – 7 Lieder / 37:44 Min.
https://www.facebook.com/CoffinTexts
https://www.facebook.com/DarkDescentRecords
http://www.darkdescentrecords.com/
https://www.facebook.com/pages/Blood-Harvest-Records/300012152033
http://www.bloodharvest.se/