Chaos Inception – The Abrogation

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Es ist ein wunderschönes Coverartwork! Gezeichnet von Paolo Girardi, strotzt das Bild nur so vor Düsternis und liebevollen Details. Die verrotteten Leichen, die im unteren Teil in knorriges Geäst übergehen, die Fläche der Zerstörung der einstigen Zivilisation im Mittelteil. Die Ursache dieser Apokalypse zeigt sich im oberen Drittel und erinnert in seiner Verschmelzung von organischem Horror und übernatürlichen Naturgewalten ein wenig an die Visionen Lovecrafts. Im gewählten Farbton wirkt dieses dreckig-braune Szenario noch trister, bedrückender. Es ist ein wahres Meisterwerk, wie man es sonst nur von Dan Seagrave und Zdzisław Beksiński kennt. Ein großartiger Job, der eigentlich mindestens als Cover einer 12″ gedruckt werden muss. Die 12cm für das Booklet einer CD werden diesem epischen Bild gar nicht gerecht. Ob die restliche Aufmachung von „The Abrogation“ stimmig zur Front sind? Ich bin gewillt, dies zu glauben. Immerhin sind die mir bekannten Lavadome Releases bisher immer sehr schön aufgemacht gewesen. Leider liegt mir dieses Mal nur eine digitale Promo zur Meinungsbildung vor…

Passend zum dystopischen Artwork erschaffen CHAOS INCEPTION mit „The Abrogation“ wahrlich ein Alpha et Omega, ein Anfang und ein Ende. Dabei ist dies gerade mal das zweite Album der 2008 gegründeten Band um Monstrosity-Gitarrist Matt Barnes. Der Sound ist dennoch absolut zerstörerisch. Ja, vielleicht an manchen Stellen schon fast etwas überladen, wenn die Doublebass durchgängig böllert, das restliche Schlagzeug nicht minder lärmt und die Gitarren häufig zweistimmig in frickeln.

Dabei sind CHAOS INCEPTION aber weitaus weniger chaotisch, als es der Bandname vermuten lässt. Häufig werden die Riffs bewusst auf das nötigste reduziert. Ein wenig erinnert dieses „Downtuned and Morbid“ an Morbid Angel zu „Gateways To Annihilation„-Zeiten, auch im Sound. Absolut finster, absolut herrlich. Im Kontrast stehen aber wieder andere Elemente der Musik, die CHAOS INCEPTION als wirklich gute Musiker darstellen. Hier erinnert etwas zweistimmiges Gefrickel an Jack Slater (Titeltrack), dort klingt es etwas nach Deeds Of Flesh („Black Blood Vortex„) oder Vile („Scald Command„). Die gelungenste Mischung ist jedoch „Pazuzu Eternal„. Der Track beginnt fast schon chaotisch und ziemlich überladen, hat etwas von frühen Krisiun. Dann entwickelt sich aber ein melodisches Solo/Lead, das den Song in seiner Bipolarität gelungen abrundet.

Im Gesamten fehlt es „The Abrogation“ leider ein wenig an solchen Momenten. Momente, die durch herausragende Kontraste und markante Situationen Prägnanz erzeugen. Doch das ist eigentlich eher ein sekundäres Problem. Denn primär erschaffen CHAOS INCEPTION abgrundtief böse Musik, die trotz gewisser Gleichförmigkeit einen verdammt bösen Spirit transportiert und damit funktioniert. Garniert mit technischem Anspruch und Tendenzen zum Brutal Death Metal – fernab von großartigem Breebree oder Slam-Gewichse. Ein schönes Album, das in seinem Sound seinem Artwork gerecht wird. Kaufen!

Infos:
Lavadome Productions – 05.06.2012
9 Lieder / 30:56 Min.

https://www.facebook.com/ChaosInception
http://lavadome.bandcamp.com/album/the-abrogation
http://www.lavadome.org/