Weregoat – Unholy Exaltation Of Fullmoon Perversity

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Wenn man blutverschmiert, mit Tierknochen behangen durch seinen Keller tanzen und dabei die finstersten Rituale von R’hley zelebrieren will, braucht man schon den passenden Soundtrack. Sicherlich wird man da im aktuellen Fundus der andauernden Retro-Welle fündig. Doch ehrlich, kann man zu Demonical oder Blood Mortized Jungfrauen opfern? Sind Entrails wirklich böse genug für die Huldigung der ziegenköpfigen Inkarnation des Baphomet? Nein, viel zu weichgespült und angesagt. Der richtig böse Bube braucht etwas mit mehr Ziegen, Pentagrammen, nackten Frauen und umgedrehten Kreuzen. Musikalisch irgendwo zwischen Archgoat, Beherit und Necrowretch, also frei von gängigen Trends, irgendwo zwischen Black und Death Metal und so archaisch wie möglich.

Dark Descent Records hat da möglicherweise etwas ausgegraben: WEREGOAT Ursprünglich als 12″ MLP von Parasitic Records veröffentlicht, wird nun „Unholy Exaltation Of Fullmoon Perversity“ als CD wieder veröffentlicht. Nunja, wurde. Denn (Re-)Release-Date dieser rituellen Rohheit war bereits Ende Februar. Dafür aber auf dem modernen und eigentlich untrven Medium CD. Als Entschädigung bekommt man aber alles, was man für die unheilige Seance des Gehörnten braucht: stupides, ungetriggertes Drumming, eindimensionale Riffs, wummernden Bass und Vocals, die sich gänzlich im Hall verlieren. Unter dem Strich also Musik, die sicherlich neunzig Prozent der EMP- und Nuclear Blast-Besteller absolut zum kotzen finden werden. Die keinerlei griffigen Riffs oder packenden Grooves besitzt, sondern grob wie ein Schnitzelhammer einfach drauf los kloppt. Naja, fast immer, denn „Nocturnal Hunt“ oder „Blackwinged Abominator“ verstecken schon ein paar catchy Momente im derben Geschepper. Auch „Invoke The Black Oblivion“ sticht aus dem Gesamtbild etwas hervor, mit seinem langsamen, rituellen Charakter.

Unholy Exaltation Of Fullmoon Perversity“ entbehrt sich ansonsten bewusst irgendwelcher „Hits“ oder massenkompatibler Spielereien. Es ist ein rohes, kompromislosses und verdammtnochmal humorloses Album für absolute Puristen. Dennoch macht die Scheibe Spaß und überbrückt lässig die Wartezeit zum nächsten Archgoat-Album. Wenn ich demnächst Pelzbehangen durch meine Wohnung Hüpfe, zu Ziegenbildern masturbiere und meine beiden Katzen dem Belzebob geopfert habe, liegt das einzig und alleine WEREGOAT. Ob ich deren Mini-Album aber häufig genug höre, um dermaßen auszuticken – das steht wieder auf einem anderen Blatt…

Infos:
Dark Descent / 24.02.2012
8 Songs – 25:32 Min.

https://www.facebook.com/pages/Weregoat/194437767248125
http://www.myspace.com/weregoat
http://www.darkdescentrecords.com/