Dephosphorus / Wake – Split 7″

 , ,

Eigentlich sollte jedem Fan von außergewöhnlichem Grindcore direkt das Wasser im Munde zusammenlaufen. DEPHOSPHORUS aus Griechenland und WAKE aus Kanada bringen eine Split raus. Und dann auch noch über das detailverliebte Underground-Label 7Degrees Records. Muss ich da überhaupt noch etwas schreiben? Ich hinterließ ja bereits sehr lobende Worte für die interessante Genre-Interpretation von „Axiom„, DEPHOSPHORUS‚ Debüt-Album. Und auch für das Erstwerk von WAKE, irgendwo zwischen Hardcore und Grind, fand mein Herz einen gemütliche Platz. Was sollte da auf dieser Zusammenarbeit noch schief gehen?

Nun, gerade im Fall von DEPHOSPHORUS, denen die A-Seite der kurzweiligen Split gehört, liegt das Problem mehr oder minder auf der Hand. Drei Songs in 4:45 Minuten. Das sind unterm Schnitt gerade mal etwas mehr als eineinhalb Minuten Spielzeit pro Song. Viel mehr Zeit brauchten die „Astro-Grinder“ zwar auch nicht auf „Axiom„, um ihre unheilvolle Stimmung aufzubauen. „The Funal Computrionium“ ist immer noch sehr brutal und gerade „The Cosmologist“ knüpft in seiner Atmosphäre sehr an das Album an. Doch insgesamt hauen mich DESPHOSPHORUS hier nicht so sehr um. Vielleicht ein vernichtendes Urteil, das man gar nicht so eng sehen sollte. Denn das Niveau der drei Songs ist immer noch deutlich über dem Durchschnitt und nicht zuletzt wegen „The Cosmologist“ ein wichtiges Zeitdokument in DEPHOSPHORUS‚ Entwicklung. Um so mehr bin ich auf das kommende Album gespannt!

Wenn ich ehrlich bin, brauchte ich ein paar Durchläufe, bis „Leeches“ bei mir zündete. Dafür dann um so mehr. Trotz etwas verwaschener Produktion, liegt der Sachverhalt bei der B-Seite dieser Split aber etwas anders. WAKE sind impulsiv, chaotisch und dabei immer düster und heavy. Die dadurch entlöste Dynamik ist einfach nur Pessimismus-geladen und absolut Zerstörerisch. Entsprechend funktioniert hier einfach jede Sekunde zur totalen Explosion, jeder Ton und jeder Beat nimmt einfach alles auseinander. „Society Of The Gun“ bietet einen guten Einstieg, aber der Split-Epos „Thirst“ mit seinen überdimensionierten 2:17 Minuten (haha) oder „Veil Of Odin“ sind dreckige Dampfwalzen für Hirnzellen und Wohnungseinrichtung. Der Gewinner der 7″ steht fest (auch wenn ich eigentlich dieses Competition-Gehabe verabscheue…) und legt die Messlatte für kommendes Futter verdammt hoch. Mächtiges Kadabum!

Beim Simon von 7Degrees Records gibt es diese Split für €5,00 zuzüglich Versand. Klingt für den einen vielleicht nach einem stolzen Preis für gerade mal 11 Minuten Musik. Doch zum einen muss man sowohl die Produktionskosten betrachten und auch die liebevolle Hingabe des Labels im Hinterkopf halten. Leider liegt mir keine Hardcopy der Scheibe vor. Doch zum einen kenne ich die aufwendigen Aufmachungen von Simons Releases und zum anderen Spricht ein Bild von der Webseite DEPHOSPHORUS‚ eigentlich schon Bände. Wenn ich richtig interpretiere, kommt die 7″ inklusive sechseitigem Booklet und nicht im ordinären Single-Cover. Außerdem ist das Artwork echt schniecke, eine Symbiose aus dem von „Axiom“ und „Leeches„. Ich mag solche umfassenden Elemente an einer Veröffentlichung, die die Musik um eine optische Komponente ergänzen. Weiterhin gibt es wohl eine Zusammenarbeit mit DIYload, um dem Käufer neben dem Vinyl noch eine digitale Kopie der Lieder zur Verfügung zu stellen. Ein Interessantes Projekt, was ich definitiv mal im Auge behalte. Und das Konzept Platte mit digitalem Download zu verbinden, hat eh meine volle Unterstützung. Damit das auf breiter Fläche Schule macht, solltet ihr auch den Underground unterstützen. Schreibt dem Simon doch einfach eine Mail an 7degreesrecords@gmx.net und sichert euch eine Single inklusive Download!

Infos:
7Degrees Records – 2012
6 Lieder / 11:00 Min.

http://www.wakegrind.com/
http://dephosphorus.com/
http://www.myspace.com/7degreesrecords
https://www.facebook.com/pages/7DegreesRecords/443059589044797?ref=ts