Cop Problem – Cop Problem

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Es ist ein absurdes, aber gleichzeitig faszinierendes Cover. Ein Gesicht mit drei sichtbaren Augen. Wer weiß, wie viele sich unter den vielen Händen verbergen, die dem Mädchen die Sicht auf das göttliche Auge im Dreieck versperren wollen? Das zerbrochene Ziffernblatt im Hintergrund gibt ebenso Raum zum Nachdenken und Interpretieren, wie die Zahnräder und das Uhrwerk. Auch wie das Gesicht im linken unteren Bildbereich in diese Komposition hineinspielt, ist eine gute Frage. In der heutigen Zeit ist ein solches, sichtlich händisch entstandenes Artwork etwas besonderes und erinnert in seiner surrealen Ausfertigung sehr an die typischen Heavy Metal Cover der Achtziger und frühen Neunziger. So gut mir das Bild aber auch gefällt, passt es wirklich zu Titel der EP? „Cop Problem„? Ein wenig schreckt mich dieser Name schon ab. So komplett kontextlos. Und auch bin ich mir nicht ganz sicher, was mich hinter dem gleichlautenden Bandnamen erwartet. Doch eigentlich sollte diese ACAB-Botschaft schon gewisse Glocken bei mir läuten lassen. COP PROBLEM spielen Crustcore. Nunja. So fast…

Aktuell gehen COP PROBLEM auf jeden Fall steil vorwärts. 2010 gegründet, gab es bereits ein zwei-Track-Demo, das über das Label Prejudice Me bereits ausverkauft ist, aber über Bandcamp dafür kostenlos runtergeladen werden kann. Nun folgt die selbstbetitelte EP mit gerade mal drei Songs. Aber WOW, das Zeug hat es definitiv derbe in sich! Als Basis dient schneller, wirklich schneller Hardcore. Doch die Einflüsse aus finsterem Crust und brutalem Grindcore lassen sich auf „Cop Problem“ gleichermaßen nicht leugnen, wie diese 7″ Single auch das breite Spektrum der Band präsentiert. „Monuments“ besingt nicht etwa große Denkmäler, sondern reißt sie schlichtweg ein. Hier ist das fast schon farbenfrohe Artwork fast schon irritierend. Eine monochrome, apokalyptische Darstellung gängiger Bilder, ausgehungerte Kinder, Symbole der Massenkontrolle und schwer gepanzerte wie bewaffnete Polizisten hätten hier einen weitaus besseren Hinweis auf die Musik gegeben. „Along For The Ride“ klingt mit den dicken Einflüssen aus dem Rock’n Roll und den abgefahrenen Leads in den Grinds ein wenig bunter. Doch der Gesang ist immer noch angefressen genug, damit bloß kein falscher Eindruck von COP PROBLEM aufkommt. Sängerin Deborah ist wirklich ein wütendes Mädchen mit enormer Energie in ihrer Stimme.
Das Highlight der leider ziemlich kurzen EP ist aber „Blinded By Power„, das mit sehr pessimistischen Leads und apokalyptischen Riffs an Finisterre oder Massmörd erinnert, sich am Ende weiter in eine herrliche Epik entfaltet. Eine richtige Leistung bei gerade mal 5 Minuten Spieldauer, ein wunderschöner Soundtrack mit Verzeweilung, Aggression, dichter Atmosphäre und ausgewogener Mischung aus Blastbeats, straighter Power, intelligenten Breaks und griffigen Hooks. Hammer!

Dank dem Internet kann man sich bereits im Vorfeld einen Eindruck der drei Lieder über Bandcamp verschaffen. Doch Fans von Massmörd, Finisterre oder Link brauchen diesen Umweg gar nicht gehen. Denn Prejudice Me bieten die Scheibe für sehr freundliche 2 Pfund an. Mit Porto und Verpackung macht das 5 Pfund, was aktuell mehr oder minder €6,20 entspricht. Diesen Betrag sollte jedem Crustpunk/Hardcore-Fan diese unglaublich starke und abwechslungsreiche EP wert sein. Kaufen!

Infos:
Prejudice Me Records / War Torn Records – 2012
7″ EP – 3 Songs / 8:51 Min.

http://www.copproblem.com/
https://www.facebook.com/PrejudiceMe
http://prejudiceme.bigcartel.com/product/pre-order-cop-problem-self-titled-7