Blood Mortized – The Key To A Black Heart

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BLOOD MORTIZED sind eine vergleichsweise junge Kapelle. Gegründet wie so viele Bands der New Wave Of Swedish Death Metal im Jahre 2007, sind hier aber keinen unbekannten Gesichter am Werk. Neben Mitgliedern aus Malfeitor finden sich auch ehemalige Musiker von Crypt Of Kerberos und Amon Amarth in ihren Reihen. Ohne Umweg über ein Demo, wurde 2009 direkt das Debüt-Album veröffentlicht. Letztes Jahr folgte dann eine EP mit Namen „Bestial„, woraufhin Rico von FDA Rekotz ein geschicktes Händchen bewies. Bereits im April 2011 wurde die gemeinsame Zusammenarbeit angekündigt.

Prinzipiell waren BLOOD MORTIZED trotz überschaubarem Tonmaterial keine unbekannten. Alleine durch die besondere Empfehlung der Kollegen von Entrails hörte ich in verfügbares Material, wie den Trailer zur letzten EP rein. Sonderlich mitreißen konnten mich diese marginalen Eindrücke aber nicht. „The Key To A Black Heart“ öffnete hingegen neue Türen für mich. Spätestens beim ersten Durchlauf von „The Heretic Possession“ bekam ich einen gewissen Zugang zu der Musik. BLOOD MORTIZED funktionieren als Swedeath Band der alten Schule. Dismember und Entombed prägten sicher sowohl den sägenden Gitarren-Sound, wie an vielen Stellen auch den dicken Groove, der schön durch manche Lieder poltert. Doch was „The Key To A Black Heart“ von vielen anderen, generischen Rip-Offs abhebt, ist sicherlich die Experimentierfreude von BLOOD MORTIZED. Die Grundstimmung ist zwar genretypisch düster, zeigt aber sehr melancholische und schwermütige Tendenzen. Transportiert werden diese Gefühle über einige Erinnerungen an Anders Hansson (Gitarre) ehemalige Band Amon Amarth. Dadurch werden viele Leads und Melodien super griffig. Gleichzeitig klingen die Songs dadurch aber auch fast schon cheesy.

Doch BLOOD MORTIZED lassen sich nicht durch ein Schema erklären. Wo „The Heretic Possession“ sehr eingängig und melodisch ist, ist das stoische „Rekviem“ mit seinem repetitiven, mürbenden Charakter fast schon ein Gegenpol. Auch die melodischen Anlehnungen an Nile, die in „Bringer Of Eternal Death“ weitere Verwendung finden, färben das schwarze Herz in einer neuen Schattierung. Gleiches gilt für die Death’n Roll Nummer „Doomsday Architect„. „Dead & Rotten“ lebt in sich von den Kontrasten zwischen dem harten Anfang und der dichten Atmosphäre und reduzierteren Elementen im weiteren Songverlauf. Die wohl massenkompatibelste Bandhymne ist aber der Titeltrack des Albums, ohne Frage. Griffiges Riffing und käsiger Refrain mit schwermütiger Melodie. Ein toller Song – auch wenn meine Beschreibung vielleicht etwas abwertend klingen mag.

An dieser Stelle muss ich zwei Dinge gestehen: Es sind gerade die cheesy Songs, die mir auf „The Key To A Black Heart“ besonders gefallen. „The Heretic Possession“ mit Entombed-Groove und geilem Lead, der Melodic Death-Kracher „Shadow Of The Quarter Sun„, „Bringer Of Eternal Death“ oder halt „The Key To A Black Heart„. Erst danach kommen „Rekviem„, „Dead & Rotten“ oder „To Murder A God„.
Doch auch wenn ich nun der Musik von BLOOD MORTIZED mehr zugetan bin als zuvor, fehlt es irgendwie an dem besonderen Klick. Ohne Frage, das Album ist abwechslungsreich und handwerklich mehr als ordentlich gemacht. Alle Songs spielen auf hohem Niveau und haben deutliche Momente, die aus dem üblichen Retro-Death hervorstechen. Nur berühren mich die Lieder irgendwie nicht tief genug, um mich gänzlich in ihren Bann zu ziehen.

Was mir hingegen uneingeschränkt gefällt, ist das Artwork um die CD. Das Cover ist wunderschön gezeichnet – ist das eigentlich Lemmy? Weniger ausgefeilt, aber nicht minder sympathisch sind die Scribbles im inneren des Booklets, die „The Key To A Black Heart“ als Gesamtbild hervorragend abrunden. Wer sich mit schwermütigen, von Amon Amarth geprägten Melodien, Entombed-induzierten Groove und sägenden HM2-Gitarren auf einem abwechslungsreichen Album anfreunden kann, bekommt hier auf jeden Fall ein rundes Paket.

Infos:
FDA Rekotz – 18.05.2012
CD – 10 Lieder / 42:08 Min.

http://www.myspace.com/bloodmortized
http://www.fda-rekotz.com/gx/