28.04.2012 – Mosh It Up XVII

Infos:
Samstag, 28.04.2012 im Musikbunker, Aachen
Einlass: 18:00h // Beginn: 18:50h
Damage: €10,-

Bands: Evil Hedgehog, Saiph, Divine:Zero, Nailed To Obscurity, Retribution, Thrashtanica, Redrum Inc., Face Down Hero, Motorjesus

Zehn Bands, zwei Bühnen, keine Gnade – zumindest bis Cross Head ihre Teilnahme auf dem diesjährigen Mosh It Up aus gesundheitlichen Gründen absagten. Da waren es nur noch neun Bands. Sonst sollte aber alles beim alten bleiben für die aachener Metal-Institution. Das Wetter war zwar nicht so schlecht wie die Tage davor, doch die große Gefahr durch sonnen-induziertes Grillen bestand für die ersten Bands des Abends nicht. Viele Leute ließen es sich dennoch nicht nehmen, einen Großteil des späten Nachmittags/frühen Abends vor dem Musikbunker und dem anliegenden Park zu verbringen und damit dem schwülen und etwas drückenden Klima zu trotzen.

Für EVIL HEDGEHOG war das aber kein Problem. Die hatten eine treue Fan-Base und konnte als eröffnende Band schon ein paar Leute vor der Bühne begrüßen. Anfangs schienen die Igel aber noch nicht ganz wach und mussten erst mal im Verlauf ihres Sets auftauen. Eine große Entwicklung konnte man in der Bühnenpräsenz der drei Jungs und dem Mädel dennoch erkennen. Wie es der Zufall – oder die deutsche Post – wollte, konnten EVIL HEDGEHOG den Abend auch als Release-Party für ihre neue CD nutzen.
http://www.myspace.com/evilhedgehogrising

Die lokale Power Metal Band SAIPH eröffnete den Abend in der Kneipe. An dieser Stelle kam mir direkt eine Frage erneut in den Kopf, über die ich just am Vorabend schon mit meinem ehemaligen Kollegen Martin sinnierte: „Auf welches Musik-Genre könnte ich sofort verzichten?“ Meine Antwort wäre wohl ad hoc: Power Metal! Irgendwie bekomme ich keinen Zugang zu der Musik und auch der pathetische Gesang geht mir relativ schnell auf den Senkel. SAIPH verrichteten zwar brauchbare Arbeit, gefielen mir aber dennoch kein bisschen.
http://www.saiph-metal.de/

Wieder im Saal, spielten DIVINE:ZERO, die bereits im letzten Jahr auf dem Mosh It Up zu Gast waren. Dieses Mal kamen sie als Ersatz für Killtribe, die aus personaltechnischen Gründen leider nicht erscheinen konnten. An dieser Stelle kann ich eigentlich nur meine letztjährige Kritik wiederholen: Solider melodischer Death Metal zwischen neueren Hypocrisy und In Flames. Handfest gemacht, aber irgendwie langweilig. Da half auch nichts, dass der Bassist wieder sein sechssaitiges Bügelbrett mitgebracht hat.
http://www.myspace.com/divinezero1

Aus dem weiten Emden waren nun NAILED TO OBSCURITY in der Kneipe. Ihr sehr atmosphärischer Sound mit Wurzeln im Death Metal und Anlehnungen an die weiten Klänge des Post-Rocks war interessant. Doch im Kontext des Festivals mit neun Bands, ging die Band einfach etwas unter. Ob es daran lag, dass ich in einer recht unruhigen Ecke des Raumes stand? Auf jeden Fall muss man sich der Musik mehr öffnen, dann sollten NAILED TO OBSCURITY den Weg in eine sphärische Reise eröffnen. Das sollte auf einem dedizierten Gig aber einfacher sein, als auf dem Mosh It Up.
http://www.myspace.com/nailedtoobscurity

Der Death-Teil des Abends war damit abgefrühstückt, Zeit für den Thrash Block. Zuerst RETRIBUTION im Saal, die eine ordentliche Show hinlegten, aber leider noch kein neues Material auf CD dabei hatten. Dafür hat man noch Altlasten von historischen Bands der Mitglieder im Keller gefunden und zu Schleuderpreisen verhökert.
http://www.retribution.nl/

Die anschließenden THRASHTANICA im kleinen Raum schaute ich mir nicht mehr an. Da reichte mir persönlich die Erinnerung an das Metallize 2010. Gleichsam waren mir diverse Auftritte und die letzte CD von REDRUM INC. noch präsent genug, als dass ich noch mal eine Nase zu deren Auftritt in den Raum gesteckt hätte. Das „Enter Sandman“ Cover steigerte an dieser Stelle nicht unbedingt mein Interesse. FACE DOWN HERO sollte das gleiche Schicksal widerfahren, die ich noch aus 2009 als modernen Thrash Metal im Kopf hatte. Also auch nicht unbedingt meine Baustelle. Dafür nutze ich die freie Zeit für ausgiebige Gespräche mit alten Bekannten und den Kollegen von The-Pit.de und Time-For-Metal.eu, die beide sicher einen anderen journalistischen Anspruch an ihre Reviews des Abends stellen werden, als ich es an dieser Stelle tue, haha.

Nach einer längeren Pause für mich, war auch schon der Headliner des Abends an der Reihe, MOTORJESUS aus Mönchengladbach. Stilistisch standen die ehemaligen Shitheadz ein wenig neben der Reihe, spielten sie doch keine der traditionellen Geschmacksrichtungen des Heavy Metal. Aber ihre Position am Abend war dennoch verdient. Viel Groove, etwas Stoner in den Riffs und Danzig-Tribute Gesang und schon war das Publikum schnell auf der Seite der Band. Dazu kam die Spielfreude der Musiker, die die Show ins rechte Lichte setzte.
http://www.motorjesus.net/

Tendenziell war das siebzehnte Mosh It Up für mich nicht sonderlich interessant. Doch das liegt wohl eher an meinem eher limitierten musikalischen Interesse. Denn insgesamt schienen die Besuche und Veranstalter sehr zufrieden mit dem Abend. Und das ist doch die Hauptsache am Rock’n Roll, der Spaß den man dabei hat. Und wenn dieser Spaß vielleicht eher dem Bier als der Musik geschuldet ist, ist das auch vollkommen in Ordnung. Diese Gewichtung obliegt wohl jedem Konzertbesucher selber. Bis zum Metallize, der kleinen Schwester des Mosh It Ups, im November vergeht noch etwas Zeit. Zum Glück spielen zuvor noch Scornage mit den legendären Obituary hier im Musikbunker. Bis dahin.

http://www.moshitup.de/