Total Annihilation – Extinction

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Mit klischeemäßigem Bandnamen fing alles 2006 an. TOTAL ANNIHILATION gründeten sich im schweizerischen Basel und schossen ein Jahr später weiter mit der Phrasenkanone um sich. „Prelude To Annihilation“ hieß das erste Demo. Wiederum ein Jahr später folgte eine selbstbetitelte EP. 2010 war dann erst mal genug „Annihilation“ und man wählte „84“ als Titel für das Debüt-Album, das direkt über Firefield Records erschien. Mit angenehm sozialkritischer Anlehnung an George Orwells Roman „1984“ blieb man aber dem stereotypen Thrash Metal auf dem Full-Length treu. So hatte die CD bei mir eine recht kurze Verweildauer und wanderte alsbald an einen potentiellen Mitschreiber, der sich der Scheibe annehmen wollte. Die Zeit zog ins Land, aus der entsprechenden Besprechung wurde nichts und TOTAL ANNIHILATION melden sich mittlerweile mit ihrem zweiten Album zurück.

Viel geändert hat sich dabei aber nicht. Immer noch gibt es Thrash Metal nach altbekannter Machart. Die Songstrukturen von „Abyss“ oder „Troop Of Chaos“ hat man schon tausend Mal gehört. Ob von Destruction, Kreator oder Exodus. Die Umsetzung von TOTAL ANNIHILATION ist dabei im besten Fall solide. Aber nie hervorragend. Eher im Gegenteil, manchmal werden anfänglich gute Ideen sogar richtig verkackt. In „Alone in the Dark“ zum Beispiel, was halbwegs interessant beginnt, aber mit langweiligem Uptempo-Part und nervtötenden, rhythmusorientierten Ideen schlicht und ergreifend einfach nur schlecht wird. Generell sind die stumpfen Riffs nicht sonderlich spannend. Gleiches gilt für die Soli, die absolut nichtssagend und lieblos daher plätschern. Fast so, als ob sie nur in den Liedern sind, weil Thrash Metal eben Soli haben muss. Die übertriebenen Spieldauern der einzelnen Liedern und der gesamten CD (51 Minuten!) tun ihr übriges, um den Hörgenuss zu schmälern. „Panic„? Nein, Langeweile!

Wie bereits auf dem Vorgänger, gibt es zum Schluss noch eine Partynummer. Aus „Thrash Metal und Dosenbier“ wurde „Black Jack Und Nutten„. Eine flotte Tanznummer mit Gangshouts zum Mitbrüllen. Absolut verzichtbar.

Extinction“ fehlt irgendwie an allem, um auch nur irgendwie spannend, interessant oder unterhaltsam zu sein. Es ist weder energiegeladen noch wütend. Es ist nicht sonderlich originell oder inspiriert. Es ist… einfach nur ein durchschnittliches Thrash Metal Album, was einen überdurchschnittlichen Abnutzungseffekt unterliegt. Durch zu lange Songs und zu engstirnige Schemata und Riffs induziert. Dem generischen Kuttenträger mit Tellerrand-Aversion könnte es gefallen. Mir aber nicht.

Infos:
Firefield Records – 03.03.2012
CD – 11 Lieder / 50:45 Min.

https://www.facebook.com/pages/Total-Annihilation-Official/149301541823683
http://www.firefield-records.com/
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