Purtenance – Members Of Immortal Damnation

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PURTENANCE hatten nur eine kurze Lebensdauer. 1990 als PURTENANCE AVULSION gegründet, verlor man nach dem selbstbetitelten Demo den Namenszusatz und brachte 1991 eine 7″ EP heraus. Nach dem Debüt-Album „Members Of Immortal Damnation“ im Jahre 1992, war dann mehr oder minder Schluss. Dennoch verdiente sich die finnische Band in Szene-Kreisen einen guten Namen. Das Album, damals erschienen über Drowned Productions, wurde zum gefragten Sammler-Artikel, der auf eBay teils absurde Summen brachte. Um das offizielle Re-Release 2009 stand es nicht viel besser. Die Picture-LP erschien gerade mal in 200er Auflage. Erst 2011 wurde „Members Of Immortal Damnation“ für eine breitere Masse zugänglich. Xtreem Music hat sich der Wiederveröffentlichung auf CD angenommen.

So überragend wie Funebre, Demigod oder gar die abgedrehten Demilich sind PURTENANCE sicher nicht. Dennoch ist ihr düsterer Stil auf ihrem einzigen Album sehr interessant. Die Mischung aus brutalen Death Metal und abgrundtief finsterem Doom wird teilweise sehr verspielt präsentiert. Sei es mit verschrobenen Beats in „Black Vision„, experimentierfreudigen Momenten aus „The Lost Memories“ oder der post-apokalyptischen Erhabenheit in der zweiten Hälfte von „Crown Waits The Immortal“ – PURTENANCE bieten einen weiteren Beweis dafür, dass finnischer Death Metal wesentlich schwärzer, schwerer und etwas außerhalb der Sandkiste ist, in der der schwedische Bruder seine Burgen baut.
Members Of Immortal Damnation“ ist zwar kein bahnbrechender Klassiker wie „Slumber Of Sullen Eyes“ oder „Children Of The Scorn“ oder „Nespithe„. Dennoch ist es ein gutes Album mit grandiosen Songs. „Black Vision„, „A Dark Cloud Arises„, „Reality Isn’t Disappeared„, „Misery Of The Rebirth“ oder „Crown Waits The Immortal„, allesamt derbe und böse Nummern, die so klingen, wie Death Metal sein muss!

Selbstverständlich will Dave Rotten dem Käufer etwas bieten. Darum werden die knapp 40 Minuten des eigentlichen Albums um einen Haufen Bonusmaterial angereichert.

Den Anfang mach die 7“ EP „Crown Waits The Immortal„, das neben einem sau-geilen, instrumentalen Intro noch etwas andere Versionen von „A Dak Cloud Arises“ und dem Titeltrack enthält. Auch wenn der Sound der EP im Vergleich zum Album eher dürftig ausfällt, gefallen mir diese Interpretationen fast besser als auf der Full-Length. Die Attitüde ist einfach wesentlich aggressiver und bedrohlicher.

Im gleichen Jahr wie „Crown Waits The Immortal„, 1991, kam auch das „Purtenance Avlsion“ Demo heraus. Nur nicht unter dem Banner PURTENANCE, sondern noch als PURTENANCE AVULSION. Tontechnisch geht die Qualität noch etwas weiter in den Keller. Im Endeffekt hört man nun den etwas drucklosen Klang einer alten Kassette. Dafür bietet das Demo mit „Cadaveric Mutilation“ und „Inside The Crematory“ zwei richtig gute Songs, die nicht nur das Potential der Band erkennen lassen, sondern vollends überzeugen.

Mit ingesamt 25 Minuten Zusatzmaterial wird „Members Of Immortal Damnation“ zu einem dicken Paket mit 66 Minuten Spielzeit. Wenn man die degressive Klangentwicklung zum Ende der CD ignoriert – und damit den echt fiesen Kickdrum- und Becken-Sound des Demos – dann bekommt man eine sehr schöne und kompakte Geschichtsstunde des finnischen Death Metals. Wie geschrieben, es handelt sich nicht um einen zeitlosen Klassiker. Doch es ist ein gutes Album mit interessanten Ideen, brutalen Riffs und unglaublich dichter Atmosphäre. Kaufpflicht für jeden Fan der finnischen Death Metal Schule!

Infos:
Xtreem Music – 2011
CD – 18 Lieder / 66:02 Min.

http://xtreemmusic.com/