Ocean Of Zero – Where Sickness Prevails (The Demos)

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OCEAN OF ZERO wollten nicht auf einer Kiste ungewollter Kassetten sitzen bleiben. So erklärten sie meinem Kollegen Gab vom Nihilistic Holocaust Webzine, warum sie ihre Demos in recht begrenzter Auflage veröffentlichten. Vom ersten Werk „The Wake“ (2010), gibt es gerade mal 101 Einheiten. Das 2011 veröffentlichte „Shun The Light“ zirkuliert immerhin schon 149 mal in der Szene. Angesichts der Größenordnungen anderer Demo-Veröffentlichungen und den unüberschaubaren Dimensionen der potentiellen Hörerschaft, sind diese Zahlen gerade zu lächerlich gering. Glücklicherweise bietet ein kleines, aber feines deutsches Underground-Label eine weitere Möglichkeit, die Musik der beiden Tapes zu konsumieren. Obscure Domain Productions haben beide Demos unter dem Banner „Where Sickness Prevails (The Demos)“ als CD neu veröffentlicht. Damit werden sieben Lieder in knapp 23 Minuten umfasst.

Ähnliche Progression wie in der Entwicklung des Bandlogos vom ersten zum zweiten Demo, kann man auch musikalisch bei OCEAN OF ZERO beobachten. Mit recht verwaschenem Sound klingt „The Wake“ noch sehr forsch und unausgegoren. Die Tendenzen sind aber schon sehr deutlich. Furiose Soli und doch recht atypische Ideen und Herangehensweisen unterscheiden die Australier von anderen oldschool Bands. Gerade der fast schon progressive Part mit geslapten Bass in „Into The Obscure“ verdeutlicht einen etwas gehobeneren, technischen Anspruch in der sehr obskuren Musik. „Inverted Sect“ geht noch einen Schritt weiter und wird am Ende leider fast schon absurd. Die diversen Einflüsse aus frühen Morbid Angel, frühen Gorguts und teilweise auch alten Cryptopsy klingen dennoch deutlich hervor.

Shun The Light“ erschien zwar nur ein Jahr später als „The Wake“ und somit gerade mal zwei Jahre nach Bandgründung, ist aber ein gewaltiger Schritt nach vorne! Der Sound ist wesentlich differenzierter und die Musik zeigt sich deutlich durchdachter. Das schleimige „Crawling Bastards“ hätte ohne Probleme auch auf „Altars Of Madness“ oder „Blessed Are The Sick“ gepasst. Es finden sich aber auch einige dezente Finessen bei OCEAN OF ZERO, die sie von genannten Morbid Angel oder Gorguts abheben. Wohlüberlegte Breaks und Fills verschaffen „Shun The Light“ überraschende Momente und ein interessantes, nicht alltägliches Profil. Gleiches gilt für „Where Sickness Prevails„, das mit einem richtigen Hammer-Riff beginnt und ordentlich sinistrer Atmosphäre verbreitet. Am Ende ist „Shun The Light“ ein sehr spannendes Demo, was Appetit auf mehr macht.

Im Gesamtkontext leidet „Where Sickness Prevails (The Demos)“ ein wenig unter den allgemeinen Krankheiten einer solchen Compilation. Zunächst wird man mit dem etwas schwerer zugänglichem Material konfrontiert und die Homogenität leidet unter unterschiedlichen Aufnahmequalitäten wie dem plötzlich auftauchenden Intro mitten auf der CD. Doch davon sollte man sich an dieser Stelle nicht abschrecken lassen, denn gerade das starke „Shun The Light“ ist ein deutliches Kaufargument für diese Zusammenstellung. Ich bezweifele, dass man an das eigentliche Tape überhaupt irgendwie (noch) rankommt. Wer auch schon das Demo von Fabricant mochte, sollte sich hier schleunigst dran halten, denn unendlich ist die CD-Version sicher auch nicht. Ich bin echt auf das Full-Length gespannt!

Infos:
Obscure Domain Productions – 2012
7 Lieder / 22:50 Min.

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