Inverloch – Dusk | Subside

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Angefangen hat es als d.USK. Man spielte Songs von disEMBOWLMENTs einziger Full-Length aus dem Jahre 1993, „Transcendence Into The Peripheral„. Im Jahre 2011 wurde aus d.USK INVERLOCH und neunzehn Jahre nach dem disEMBOWLMENT Album treten INVERLOCH das Erbe jener an. Das legitime Erbe, denn die Hälfte von disEMBOWLMENT, namentlich Matthew Skarajew und Paul Mazziotta, führen ihre musikalischen Visionen nun bei INVERLOCH fort. Matthew wechselte lediglich vom Bass an die Gitarre. Die Idee ist aber die gleiche: Absolut hassistischer Death Metal mit tonnenschweren, finsterem Doom Metal und der besonderen Note Avantgardismus lassen „Dusk | Subside“ genau da anknüpfen, wo „Transcendence Into The Peripheral“ aufhöre.

An dieser Stelle klingt es vielleicht etwas ironisch, aber „Dusk | Subside“ ist in sich kompakt. Auch wenn man im ersten Moment für drei Songs in 22 Minuten vielleicht zunächst andere umschreibende Attribute wählen würde. Doch hier funktioniert alles im Mikro- wie im Makro-Kosmos und erschafft einen sehr stimmigen Appetizer auf das hoffentlich bald folgende Full-Length.

Neben den fast schon verspielten Songentwicklungen liegt die Stärke von INVERLOCH eindeutig im Gefühl für ein gewisses Gleichgewicht. Zwar sind die unterschiedlichen stilistischen Ausprägungen immer mal wieder in den Vordergrund gestellt, doch das Gesamtbild ist unglaublich ausgewogen. Wenn das Tempo komplett runtergeschaubt wird, die zähen, monotonen Gitarren in ihrem Dröhnen nur noch dunkelste Zerstörung ausstrahlen, würzen INVERLOCH mit griffigen, aber nicht weniger makabren Melodien einen gewissen Charakter in das Lied. „Shadows In The Flame“ quillt vor kreativen Ideen und aberwitzigen Sprüngen zwischen den einzelnen Parts nur so über. Gleichzeitig verliert es nie den roten Faden und wird wunderschön von einem musikalischen Thema am Anfang und am Ende umfasst. Sehr atmosphärische Sounds verbinden die drei Epen zu einem pechschwarzen Gemälde, was der Analogie des Coverartworks mehr als gerecht wird.

Zu den intelligenten Songstrukturen sind die einzelnen Musiker atomare Bestandteile. Die abgrundtiefen Growls, die (alb-)traumhaften Leads, die absolut bösen Death Metal Riffs (alleine „Shadows Of The Flame“ ab Minute 5 – simpel aber tödlich!), wunderschöne Soli und das abwechselnd dynamisch und unglaublich stoische Drumming. Egal ob nun in wirklich brutalem Highspeed oder zermahlend langsamen Downtempo, hier ist jeder Schlag perfekt. Besonders in den schleppenden Passagen ist diese Leistung äußerst respektabel, denn darin liegt die größere Herausforderung an Feeling und vor allem auch Timing!

Vinyl-Fans kommen bei „Dusk | Subside“ besonders auf ihre Kosten, denn die drei Lieder nehmen nur eine Seite der 12″ EP ein. Auf der anderen Seite befindet sich ein Etching mit Bandlogo und… Gekritzel… Ich für meinen Teil finde solche kleinen Details immer besonders awesome! Nun bin ich gespannt, ob INVERLOCH das intensive Niveau auf die Dauer eines kompletten Albums halten können. Das schier unglaubliche Potential haben sie definitiv!

Infos:
Relapse Records – 10.04.2012
CD, 12″-Etched EP – 3 Lieder / 22:58 Min.

https://www.facebook.com/InverlochOfficial
http://inverloch.bandcamp.com/
http://www.relapse.com/