Revel In Flesh – Deathevokation

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Also der Ralf Hauber ist schon ein Fuchs! Derweil bereits zu unserem Interview zum Mystical Music #16 alles für REVEL IN FLESHs Debütalbum in Gange war, schwieg sich der Maniac dazu gründlich aus und machte im Zusammenhang zu seinem Ausstieg bei Immortal Rites nur vage Andeutungen. Zusammen mit Dirk Schwarze hinter den Kesseln, der auch schon bei Dawn Of Dreams (gibt es die eigentlich noch?) und Apophis spielte, frönt der Hauber nun voll und ganz seiner Vorstellung vom schwedischen Sound. Das fängt im kleinen schon bei den Synonymen der Musiker (Haubersson und Maggesson) an und findet seine Vollendung im optischen Aspekt von „Deathevokation„. Das Artwork stammt von Juanjo Castellano, gleichsam die „Portraits“ der Bandmembers. Das Logo kommt von niemand geringerem als Mark Riddick. Name-Dropping par excellence. Und veröffentlicht wird das Album über FDA Rekotz, die nicht zuletzt mit Revolting (demnächst auch wieder) und Entrails (und einigen anderen) einen guten Namen in der aktuellen OSDM-Szene erkämpfen konnten.

Wer schon einmal eine Ausgabe Mystical Music in der Hand hatte, kennt Haubers Geschmack und seine Vorstellung von Death Metal. Eine seiner großen Vorbilder sind Dismember, von denen auch die Mischung aus Härte und Melodik einen wichtigen Aspekt von REVEL IN FLESH ausmachen. Doch auch andere skandinavische Namen wie Entombed, Grave oder Bloodbath hatten ihren Einfluss auf „Deathevokation„.

Das Hören von abertausenden Platten von hunderten von Bands verhalf dem Songwriting auf „Deathevokation“ zu einigen ausgeklügelten Hits. Mit geschickter Mutation des Hauptthemas ist „Shadowbreeder“ ein sehr spannender Song. In „Wings Of Death“ kann man wunderbar mitbrüllen und die Phrase „Murder Death Kill“ postulieren. „Iron Coffin“ ist nun nicht unbedingt der beste Song auf dem Album, aber genau so schwer wie die Wassermassen, die auf das kalte Grab im Uboot drückt. Die Atmosphäre und dezente Keyboards machen den Song interessant und herausstechend unter vielen einfallslosen Entombed-Kopien. Ein weiteres Highlight, aber gleichzeitig auch ein wenig Rip-Off ist „Black Paled Elegy„. Das Hauptriff kenne ich doch von einem Fleshcrawl Song, da bin ich mir ziemlich sicher. Oder es hört sich ziemlich ähnlich an, haha! Das ist aber egal, denn der Track geht ohne Kompromisse auf die Fresse und überrascht am Ende mit einem sehr melodischen Lead/Solo, das auch von Edge Of Sanity („Purgatory Afterglow„-Zeit) hätte stammen können.

Auch etwas schwächere Lieder finden sich auf dem Album. Doch „Crowned In Darkness“ oder „Slavish Obedience“ wirken eher im Kontext nicht ganz so dolle. Unabhängig vom Gesamtbild, stehen die Songs immer noch über dem Niveau von vielen anderen aktuellen Releases.
Zum Schluss gibt es noch eine sehr gelungene Interpretation von BENEDICTIONs „Subconscious Terror“ unter dem kreativen Namen „Subconscious Error“ – überraschend, dass die Wahl des direkten Tributs auf keine Band aus Skandinavien gefallen ist. Dafür klingt REVEL IN FLESHs Version umso schwedischer.

Am Ende ist es die ausgewogene Mischung aus griffigen Hooks, Leads und Melodien, die in der schweren und teilweise finsteren Schwedenhärte einen hohen Wiederekennungsgrad und Hitfaktor auf „Deathevokation“ ausmachen. REVEL IN FLESH sind eindeutig eine der wenigen Bands, die in der Retro-Welle mit guten Songs hervorstechen und sich – allem Worship zum Trotz – doch ein gewisses eigenes Profil erarbeitet haben. Wer die letzten beiden Entrails-Scheiben mochte, wird REVEL IN FLESH lieben. „Deathevokation“ reiht sich wunderbar zu den letzten Alben von Horrendous, Funeral Whore, Massive Assault. Da merkt man, dass man aus jahrelangem Musikkonsum doch noch was lernen kann (;

Infos:
FDA Rekotz – 23.03.2012
CD/LP – 10 Lieder / 47:55 Min.
http://revelinflesh.jimdo.com/
https://www.facebook.com/pages/Revel-in-Flesh/304228902958414
http://www.fda-rekotz.com/gx/