Hammer Of Gore – Uglified

 ,

Nomen est Omen! Denn HAMMER OF GORE sind in der Tat ein dicker Schnitzelklopper, der ordentlich Schädel püriert. Um es mit den eigenen Worten aus der Umverpackung von „Uglified“ zu sagen: „Relentless Death Worship“! Ugh!

Prinzipiell agieren HAMMER OF GORE recht stumpf. Zumindest die Riffs gleichen alle eher einem Spalteisen als einem Skalpel. Bei genauerem Betrachten merkt man aber schnell, dass die gerade 2009 gegründete Band auf ihrem Debütalbum ihre Songs doch recht geschickt konstruiert. In gut dosierter Vielschichtigkeit entfalten Album wie Songs ihre Gesamtwirkung. Alleine im Opener „Stump“ passiert viel, obwohl der Song kohärent und eingängig ist. Auch „Secondhand Life“ wächst am wohl überlegten Wechseln zwischen den diversen Tempi.
Auf die komplette Länge von „Uglified“ schlägt sich die Diversität von HAMMER OF GORE weiterhin mannigfaltig nieder. „Worship The Kill“ ist eine punkige Party-Hymne, „Splatter & Beer“ thrasht mit reitenden Gitarren steil nach vorne. Als atmosphärischer Gewinner steht „Bonesaw“ mit seinen sinistren Melodien im Raum. Und selbst die eher „schlechteren“ Lieder wie „Delete Your Brain“ funktionieren immer noch wunderbar durch ihren guten Aufbau.

Zombies In The Morgue“ ist an dieser Stelle wohl der anatomisch interessanteste Song! Zäh und schleppend imitieren die Instrumente zunächst die ungelenke Fortbewegungsweise der lebenden Untoten. Gangshouts untermalen die stöhnenden Forderungen nach menschlichem Gehirn. Und irgendwann ist die Katastrophe unausweichlich! Ebenso nihilistisch wie „Night Of The Living Dead“ endet, brechen auch HAMMER OF GORE am Ende des Songs in unheilvolle, verzweifelte Gitarren aus. Ein kleiner cineastischer Moment auf „Uglified„, der in seinem Mikrokosmos so schön funktioniert, wie das Albums als Ganzes.

Darüber hinaus bilden die Lieder dieses Debüts zwar nicht ganz so schöne Miniaturkunstwerke, erschaffen aber mit ihren archaischen Bausteinen immer noch einen sehr gelungenen Full-Length-Einstand in die Metalszene. Trotz deutlichen Vorbildern in der alten Schule, ist „Uglified“ kein Album der aktuellen Retro-Bewegung und positioniert HAMMER OF GORE mit angenehmen Profil zwischen vielen Kopien.

Kleine „Ausbrecher“ verzeichnet „Uglified„, wenn das geile „Prenatal Alcoholic“ mit gesteigerten Melodien wirklich catchy ist, „Worship The Kill“ zum Tanzen und Mitsingen einläd, oder manche rockigen und punkigen Riffs und Breaks etwas an My Cold Embrace erinnern. Aber eigentlich klingen HAMMER OF GORE erfrischend humorlos, so wie man es von Cannibal Corpse oder Facebreaker kennt und liebt. Gerade diese Trockenheit mag beim ersten Hören „stumpf“, „roh“ und „plump“ erscheinen. Wenn man sich aber näher mit „Uglified“ beschäftigt, ist die Musik lediglich auf das nötigste Reduziert und nur mit trockenem Kalkül konstruiert. Eine Fähigkeit, die nicht einfach ist, und gewiss nicht viele Bands beherrschen.

Für HAMMER OF GORE besteht sicher noch etwas Luft nach oben. Aber für „Uglified“ besteht gleichzeitig auch eine große Empfehlung! Selbst wenn die Scheibe nur als gebrannte CD daher kommt, ist der Rohling mittels Lightscribe sehr ansehnlich getoastet worden. Verpackt in ein ordentliches Digipak mit einem coolen, selbstgemalten Cover ganz in ranziger Tradition und dickem Fuck-Off in der „Dankesliste“, komplettieren HAMMER OF GORE auch optisch ihr vermeintlich rohes Konzept. Herrlich, das ist der richtige Spirit!

Infos:
Eigenproduktion – 24.02.2012
12 Lieder / 38:46 Min.

http://www.facebook.com/hammerofgore
http://www.youtube.com/hammerofgore
http://www.myspace.com/hammerofgore
http://www.reverbnation.com/hammerofgore