Keitzer / Das Krill – Split 7″

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Auch wenn diese Split 7″ bereits 2007 erschienen ist, ist es eigentlich keine Entschuldigung, dass ich das entsprechende Review auch mit unglaublicher Verzögerung verfasst habe. Denn Simon, Label-Inhaber von 7 Degrees Records und Bassist von KEITZER, hat mir diese wunderschöne 7″ bereits Mitte letzten Jahres zugeschickt. Darum an dieser Stelle ein tausendfaches Sorry, es tut mir wirklich aufrichtig Leid!

An und für sich ist diese Zusammenarbeit zwischen KEITZER und DAS KRILL ein wunderschönes Zeugnis der Underground-Kultur. Eine schön Split-EP zwischen zwei befreundeten Bands, die in ihrer Aufmachung noch manchen großen Release in die Ecke drängt. Ich mag wirklich das Cover-Artwork mit seinem finsteren Hintergrund und dem schönen, fast schon surrealen, comic-haften Bild im Vordergrund. Und auch das Detail, wie jeweils einer der beiden Bandnamen spiegelverkehrt auf dem Einband signalisiert, dass diese Seite dem Split-Partner gehört. Ein einfach durchdachtes und stimmiges Bild. Dass es sich um ein Faltblatt und nicht um ein Schuber handelt, wird wohl Kostengründen geschuldet sein. Doch die liebevollen Illustrationen vom Cover ziehen sich bis in die Innenseite des Einbandes und machen somit auch diese Aufmachung optisch sehr interessant.

KEIZTER stürtzen sich mit zwei Liedern in ihre Seite. Zwei Songs, die die Kraft und das gelungene Melodieverständnis der Band schön illustrieren. Besonders die nihilistischen Leads in „No Remorse„, das insgesamt etwas mehr den Hardcore-Einfluss von KEITZER zeigt, haben es mir angetan. Auch wenn dieses Material nicht ganz an das aktuellere „Descent Into Heresey“ heran reicht, machen KEITZER hier immer noch Spaß und zeigen, wie Grindcore mit Hardcore abseits von Trends und Beatdowns funktionieren kann.

DAS KRILL waren für mich immer irgendwie schwierig. Bereits bei meinem ersten Kontakt zu ihrer Split mit den Japanischen Kampfhörspielen, konnte ich diesem etwas anderen Noisecore wenig abgewinnen. Entsprechend war ich auch nicht sonderlich berührt, als die Band sich aufgelöst hat. Entsprechend kann ich mit den vier Liedern ihres Split-Beitrages wenig anfangen. Gerade bei „Erected Burning Man In Love Sequence“ frage ich mich, was das nun soll? Doch „Chew“ überrascht mich positiv mit dem coolen Riff und spacigen Sound. Der Song groovt und der gänzlich angefressene Gesang gefällt mir hier im Kontext besonders gut. Dies ist der beste Song, den ich von DAS KRILL bisher gehört habe und macht somit auch diese Veröffentlichung für meine Sammlung interessant und relevant.

Da Simon diese Split für günstige €3,50 anbietet, was in Anbetracht der Aufmachung wirklich ein fairer Preis ist, kann ich eigentlich jedem Empfehlen, ein Bier weniger zu trinken, und diese Scheibe bei der nächsten Order über 7 Degrees Records mitzubestellen. Der KEITZER Beitrag ist gut und das Geld alleine wert. Und „Chew“ stellt selbst für DAS KRILL eine lohnende Investition dar, hehe! Mailto:7degreesrecords@gmx.net!!

Infos:
7 Degrees Records – 2007
7″ – KEITZER: 2 Songs / DAS KRILL: 4 Songs

http://www.myspace.com/7degreesrecords