Gadget – The Funeral March

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The Funeral March“ ist wohl eines der besten Grindcore-Alben der Post-2000er-Ära. Bereits zur originären Veröffentlichung über Relapse Records im Jahre 2006, bekam das Album sehr gute bis hervorragende Kritiken. Seither waren GADGET leider etwas faul und haben lediglich eine Split mit Phobia veröffentlicht. Dafür sah sich nun aber 7 Degrees Records, das kleine, engagierte Label von Keitzer-Bassist Simon, in der Verantwortung und hat unter Lizenz von Relapse RecordsThe Funeral March“ zum ersten Mal als sehr leckere Vinyl-Scheibe neu aufgelegt.

Wirklich furios brettern die Schweden durch die knappe halbe Stunde ihres zweiten Full-Length und machen dabei keine Gefangenden. Die Songs sind allesamt unglaublich brutal, der Gesang ist immer angepisst bis zum Maximum. Dennoch agieren GADGET niemals stumpf! Im Gegenteil, fast jeder Song überzeugt durch tiefschwarzes, nihilistisches Melodie-Verständnis, das GADGET in die legitime Nachfolge um den Thron des Schweden Grindcores hinter den leider verblichenen (und leider auch wieder auferstandenen) Nasum aufstellt. Einflüsse aus Sludge/Doom und Crustcore garnieren „The Funeral March“ in wohl ausgesuchten und durchdachten Momenten. Das Ergebnis: Jeder Schuss ein Treffer und das Album ist ein wütender, pessimistischer und absolut hassender Klumpen Energie!

Die Collectors Facts um die Platte sprechen eigentlich für sich. In einem schönen, schweren Gatefold inklusive Texte, ist die Schallplatte verpackt. Die reguläre Version kommt als durchsichtiges, rotes Vinyl. Auf 200 Einheiten limitiert gibt es eine weiße Variante und wer seine Platte so schwarz wie die Musik will, muss schon suchen. Denn das black wax gibt es gerade 100 mal. Wie groß die Gesamtauflage alle Versionen ist, kann ich im Moment nicht sagen. Dafür weiß ich, dass „The Funeral March“ von William (Ich nehme einfach mal an, es handelt sich um Drummer/Gitarrist William Blackmon) remastered wurde. Dabei klingt eine Schallplatte auch so einfach nur gut, hehe! Aber im Ernst: Diese Prozedur kam dem opulenten Klangbild des Albums aber nur zu Gute. Insgesamt klingt die Aufnahme nun immer noch druckvoll, gleichzeitig aber auch ein wenig differenzierter als noch auf CD. Neben dem Sammler-Bonus der farbigen und limitierten Vinyl, stellt der verbesserte Sound einen deutlichen Mehrwert für die Scheibe dar.

Wer „The Funeral March“ noch nicht sein eigen nennt, schreibt umgehend eine eMail an Simon (7degreesrecords@gmx.net) und bestellt sich das Teil! Nasum, Tragedy und His Hero Is Gone wird hier so konsequent fortgesetzt, wie Afgrund oder Splitter ihre Inspiration aus dem Teil gezogen haben. Für Sammler sind sicherlich die verschiedenen Versionen so interessant, wie auch der remasterte Sound. Diese berechtigte Wiederveröffentlichung in liebevoller Aufmachung verdient definitiv Support! Danke Simon!

Infos:
Relapse (CD) 2006, Relapse/7 Degrees Records (LP) 2011
17 Lieder – 29:45 Min.
http://gadgetband.bandcamp.com/album/the-funeral-march
http://www.myspace.com/gadgetgrindcore
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http://www.myspace.com/7degreesrecords
http://www.relapse.com/