Bastard Priest – Ghouls Of The Endless Night

 , ,

Nun ist es wohl soweit, die Welt ist „Under The Hammer Of Destruction“ erlegen. Übrig bleiben Schutt und Asche. Neben den mutierten, degenerierten Überbleibseln dieses nuklearen Infernos, kann sich wohl nur eine Spezies behaupten, die dreckigen Hausbesetzer, die sich schon seit je her so einen Winter herbeigesehnt haben. Und nun brettert ein unaufhaltsamer, schwer gepanzerter Hot-Rod durch die leergefegten Straßen dieses postapokalyptischen Szenarios. Ohne Bremsen. Ohne Lenkrad. Erbarmungslos mäht er alles nieder, was ihm in die Quere kommt. An Bord sitzen Matt Mendoza und Inventor und zimmern auf ihren Instrumenten den passenden Soundtrack ein. Sie sind die „Ghouls Of The Endless Night„!

BASTARD PRIEST predigen den Weltuntergang – und freuen sich schon mächtig darauf! Ihr letztes Abendmahl besteht aus dreckigem Death Metal und metallischem Crust. Und ist damit eigentlich die logische Fortsetzung von „Under The Hammer Of Destuction„. So unpopulär wie die Musik, so räudig auch der Sound. Etwas undifferenziert, druckvoll, dröhnend. Wie man sich eben einen Wagen aus der Welt von „Mad Max“ vorstellt. Kleine Experimente wie das eher schleppende „Poison“ oder das ziemlich monotone und fast schon langweilige „Fucking Slaughter“ muss man als Bierpause sehen. Immerhin lässt sich Tod und Zerstörung durstig nur halb so gut zelebrieren. Dafür hämmert der Rest von „Ghouls Of The Endless Night“ einfach drauf los. Kompromisslos. Simpel. Geradeaus. BASTARD PRIEST kommen auf den Punk(t) und spielen schlicht brutale und eingängige Lieder. Auch wenn der Crust eher sekundärer Einfluss in der Musik ist. Primär gibt es richtig coole, schwedische Riffs und Gitarren-Soli, die sich zwischen stumpfen Fiepschen und mitreisenden Enthusiasmus bewegen. Herausragend in allen Belangen ist da „Last Scream„, Punk-Beat, Swedeath Riff und verdammt griffiges Solo. Ein Top-Song eines guten Albums!

Wer demnächst seine Crusten-Freunde zu Besuch hat, kann zwischen Extreme Noise Terror, Nihilist und Extinction Of Mankind ohne Probleme auch „Ghouls Of The Endless Night“ laufen lassen. Denn BASTARD PRIEST dürften wohl allen Fans der Post-Apokalypse gefallen. Populär wird das Duo mit ihrem Style sicher nicht. Und gerade diese Konsensverweigerung macht die Musik wiederum sehr sympathisch.
Ein Meilenstein in der Musikgeschichte ist dieses Zweitwerk auch mit Nichten. Aber kurzweilige Unterhaltung für Bier, Lederjacken und dicke Party im besetzten Haus und AJZ. Cheers!

Infos:
Pulverised Records (CD) / Blood Harvest Records (LP) – September 2011
CD/LP – 8 Lieder / 36:45 Min.

http://bastardpriest.blogspot.com/
https://www.facebook.com/bastardpriestsweden
http://www.pulverised.net/
http://www.bloodharvest.se/