15.02.2012 – Sloth und Finisterre im AZ Aachen

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Infos:
Dienstag, 15.02.2011 im AZ, Aachen
Einlass: 20:30h (*hust*) // Beginn: ~22:00h
Damage: 4,-

Bands: Sloth, Finisterre

Es war feutchkalt. Vor der Türe stehen fünf dunkel gekleidete Männer. Die Türen des Autonomen Zentrums zu Aachen waren noch zu. Obwohl offizieller Einlass 20:30h war und somit schon zehn Minuten zurück lag. Obwohl durch die schwere Eisentüre bereits lauter Lärm aus den Kellerräumen des Bunkers klang. Kurz vor neun öffnete die Türe. Der unangenehme, faulige Geruch des jüngsten Buttersäure-Anschlags auf die Lokalität hing noch in der Luft.

In der Kneipe des AZs wurden schwere Geschütze aufgefahren, für den Raum zieren ungewöhnlich große Boxentürme die Seiten der Bühne. Obwohl die Bands noch nicht mal gegessen, geschweige denn ihr Merchandise aufgebaut hatten, war bereits einiges los. Für ein Konzert unter der Woche und in Aachen, war der Laden gut besucht.

Irgendwann nach 22 Uhr gingen SLOTH auf die Bühne. Anfangs etwas steif, aber im Verlauf ihres Programms immer lockerer, besser werdend, spielten die vier Niederländer zwischen Hardcore, D-Beat und Poweviolence. Gelegentlich dezente Blastbeats trafen auf abrupte Stop’n Go Momente und Groove. Ja, der Groove hat viele Köpfe im Publikum zum Nicken gebracht. Den Leuten gefiel es, und so mussten SLOTH am Ende noch eine Zugabe spielen. Eine eigenwillige, aber durchaus liebenswerte Interpretation von Judas Priests „Breaking The Law„. Mir gefiel’s.


http://slothhc.bandcamp.com/

Nach kurzer Umbaupause kamen FINISTERRE aus dem nicht unweit entfernten Köln an die Reihe. Mit Entschuldigung, dass sie viele Freunde aus der Stadt schon lange nicht mehr gesehen hätten. Der geringen Entfernung zum Trotz. Und als wolle man nicht weitere Zeit verlieren, und alsbald wieder zu den besagten Freunden, breschten FINISTERRE auch drauf los. Düsterer D-Beat, wie man ihn sich einen Tag, wenige Stunden vor Fettdonnerstag eigentlich nur wünschen kann. Pessimistische dreckige Musik, ambitionierte, politische Texte. Deren Inhalte wurden zwischen den Liedern dem Publikum von Sängerin Manuela ausführlich erläutert. Nicht bei allen kam das Statement gegen Männer mit stehendem Urinierhabitus so gut an, wie die Musik der Band. Doch gerade bei diesem Thema scheiden sich die Geister.
Wie auch SLOTH wurden auch FINISTERRE im Verlauf ihres Sets lockerer und besser. So musste natürlich auch am Ende noch eine Zugabe her. Nur „Casino Aachen“ war nicht im Programm. Eigentlich schade. Wenn man schon mal in Aachen spielt…
http://finisterre.bandcamp.com/

Der Abend begann zwar nicht pünktlich, wie auf Facebook versprochen. Dafür war das Konzert kurz nach halb Zwölf zu Ende. Eigentlich zeitig genug, damit man noch genügend Schlaf für den nächsten Arbeitstag bekommen konnte. Wäre da nicht das liebe Bier und die netten Leute gewesen. Und am nächsten Tag sollte es weiter gehen. Mit Patsy O’Hara und Alpinist. Meine arme Leber…