Neverland In Ashes – Earth:June

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Wir haben Winter – zumindest kalendarisch. Dennoch haben NEVERLAND IN ASHES ihre neue EP „Earth:June“ genannt. Spricht da die Sehnsucht nach Sonne und Wärme aus der Band, die ihren besagten zweiten Output Anfang Dezember veröffentlichten? Zumindest findet man viel Sehnsucht und Verträumtheit in der Musik von NEVERLAND IN ASHES.

Sommerliche oder gar fröhliche Töne vernimmt man auf „Earth:June“ hingegen seltener. Vielleicht in „Cinnamon“ mit seinen amüsanten Popkorn-Keyboards. Doch eher ist es eine melancholische EP. Stark beeinflusst von Dark Tranquillity und deren „Charakter“ Album bringen die kölner Jungs aber auch viele moderne Einflüsse in ihre Interpretation des Melodic Death Metal. Leider haben es so auch dezente Stakkatos auf die Scheibe geschafft. Wie am Anfang von genanntem „Cinnamon“ oder auch im Mittelpart von „Empress„, wo es ein wenig nach Trendanbiederei klingen mag. Wenn man aber schon den Mainstream in der Nase hat, kommt eine schöne Passage mit Dark Tranquillity Melodik und entsprechender Klavieruntermalung, und reißt das Ruder wieder in die richtige Richtung.

Das Cover deutet die etwas modernere Ausrichtung des melodischen Death Metals bereits an. Subbässe, komplexe Rhythmen auf der Doublebass und verspielte Synthies. Gerade aus letztem Element wird „Earth:June“ auch ein urbanes Album. Zwischen den vier „richtigen“ Liedern erzeugen zwei Intermezzi – namentlich unterschieden in „Earth“ und „June“ – einen Soundtrack für zwielichtige Häuserschluchten und städtische Romantik. Klingt nun kitschig, und vielleicht ist gerade das Highlight der Scheibe, „Elsewhere„, zu dem es auch einen Video-Clip gibt, ein cheesy Song. Dennoch kann ich nicht leugnen, dass bei aktuellem, schmuddeligen Wetter „Earth:June“ auf dem Kopfhörer sehr viel Spaß macht. Da schaue ich auch gerne darüber hinweg, dass „Earth 2“ ziemlich nach Linkin Park stinkt und die Metal-Songs etwas mehr Druck an den Gitarren (nicht im Sound, sondern den Riffs) hätten vertragen können.

Infos:
Eigenproduktion – 09.12.2011
MCD – 9 Lieder / 23:05 Min.

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