Mordbrand – Necropsychotic

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Im großen Retro-Trend weiß man gar nicht, welcher Entombed oder Grave-Klon einem als nächstes erwartet. Schön, wenn MORDBRAND da mit ihrer zweiten EP daherkommen, und sich trotz deutlicher Bezüge zur alten Schule dennoch von den meisten Retro-Bands abheben. Auf dem opulent gefüllten Mini-Album mit fast einer halben Stunde Spielzeit zeigt sich das schwedische Trio enthusiastisch, ideenreich und erstaunlich frisch.

Der Auftakt von „Necropsychotic“ ist rotzig. Alter Death Metal mit deutlicher Crust-Note, der nicht zuletzt in „Graveyard Revisited“ mit geilen melodischen Hooks punktet. An dieser Stelle erinnern MORDBRAND von der Attitüde stark an Miasmal.
Skörseld“ zeigt die Band von ihrer etwas rockigeren Seite, ohne dabei zu sehr in den Death’n Roll abzudriften. Im Gegenteil, dafür rumpelt die Nummer zu sehr im OSDM durch die Boxen. „The Fall Of Flesh“ ist wohl das schwächste Glied auf „Necrophsychotic„. Eher kalt und schleppend fällt der Track aus dem Gesamtbild, auch wenn die verspielten Ideen von MORDBRAND immer eine deutliche Note hinterlassen.
Zum Schluss schafft die Band noch mal den guten Einstieg in die EP zu übertreffen. „Deathbound“ ist verdammt catchy. Imposant werden hier diverse Melodielinien übereinander gelegt und erzeugen einen interessanten Klangteppich, der immer noch sehr brutal ist. Eher doomy fängt „Deliverence“ an, mit schönen Spannungsbögen und unheilvollen Leads. Im weiteren Verlauf nimmt der Song interessante Wendungen und entwickelt auch wieder ein sehr eigenes Melodie-Gefühl.

Für die Mischung zwischen derben Death Metal Riffs und guten, griffigen und nicht zu käsigen Melodien haben MORDBRAND ein sehr gutes Händchen. Verpackt in gelungenes Songwriting, klingt die Musik zwar nach schwedischem Death Metal mit Traditionsbewusstsein – aber gleichzeitig auch überlegt und eigenständig. Mit einem Wort: Authentisch. Besonders bei den coolen Soli merkt man einfach die Spielfreude von Gitarrist und Bassisten Björn Larsson. Weiterhin sind die Vocals von Per Boder einfach derbe. Manch einer kennt dieses Goldstimmchen wohl noch von Macabre End oder God Macabre.

Necropsychotic“ ist eine tolle, kurzweilige und abwechslungsreiche Mini-Scheibe. Nun habe ich Hunger auf mehr. Ob MORDBRAND ihre Qualität und ihren Ideenreichtum auf einem Full-Length halten können? Time will tell. Solange kommt die aktuelle EP auf Repeat in die Anlage.

Infos:
Deathgasm Records – 06.11.2011
CD – 6 Lieder / 28:49

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http://www.myspace.com/mordbranddeath
http://www.deathgasm.com/