Deserted Fear – Demo 2010

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Das erste Mal bin ich über den Namen DESERTED FEAR in der aktuellen Ausgabe vom Necromaniac gestoßen. Im entsprechenden Interview hat mir Macher Thomas die Band auch noch mal persönlich nahe gelegt. Und kurze Zeit später hat mir Gitarrist Fabian auch schon das noch aktuelle Demo der Band zukommen lassen. Im Moment nimmt die Band bereits ihr erstes Full-Length auf, das zum Mix und Mastering zu Dan Swanö gehen soll.

Doch hier geht es um das Demo aus dem Jahre 2010. Dafür, dass die Band die Aufnahmen selber im Homestudio gemacht hat, knallen die vier Songs ordentlich aus den Boxen. Gerade im aktuellen Retro-Hype habe ich schon wesentlich schlechtere Aufnahmen für so manches Full-Length gehört. Da kann man erst recht gespannt sein, was Meister Swanö aus den Aufnahmen der Band zaubern wird.
Dafür ist die Aufmachung der Demo recht spartanisch. Weiße Papierhüllen mit Front-Fenster und ein CD-Rohling mit einem einfarbig bedrucktem Aufkleber. Für ein Demo geht das aber sicher in Ordnung und ist mir immer noch lieber als all die digital-only Geschichten, die durch Myspace und Konsorten begünstigt wurden!

Musikalisch haben DESERTED FEAR durchweg einen gewissen roten Faden auf dem Teil – auch wenn die vier Songs stellenweise in unterschiedliche Richtungen tendieren. Der eher maue Anfang von „Nocturnal Flags“ rollt sehr heavy aus den Boxen und erinnert mich von der Attitüde her an neuere Bolt Thrower. Ähnlich schwer ist „Field Of Death„, das passend zum Titel mit Sirenen und dickem Riff eingeleitet wird. Doch das Tapping-Solo lässt aufhorchen, der Song ist deutlich besser als der Opener.
Scene Of Crime“ stellt dann den Höhepunkt der 18-minütigen Demo dar. Coole Lead-Gitarren, dreckiger Vibe, das genannte Rollen und leichte Anlehnungen an Fleshcrawl machen den Song richtig stark. Auch die vergleichsweise melodische Herangehensweise steht DESERTED FEAR gut zu Gesicht. Schön, dass dieses Element im abschließenden „Bury Your Dead„, das marginal auch an neuere Necrophobic erinnert, weiter ausgebaut wird. Doch an Necrophobic erinnert es wirklich nur leicht. Viel mehr stehen wieder die Fleshcrawl-Riffs, der dicker, rollende Panzer-Groove und coole Atmosphäre im Vordergrund. Vielleicht verliert sich der Track in seinen epischen Ausmaßen gegen Ende der gut sechseinhalb Minuten Spielzeit etwas zu sehr in den melodischen Leads, doch für ein Demo ist dies auch weitestgehend in Ordnung. Auf dem Album sollten DESERTED FEAR aber mehr auf den Punkt kommen und sich eher an „Bury Your Dead“ als an „Nocturnal Flags“ orientieren.

Wer sich für schweren, panzer-mäßigen Death Metal interessiert, sollte die Tracks mal auf Soundcloud antesten und DESERTED FEAR über Facebook und Myspace im Auge behalten.

Infos:
Eigenproduktion – 2010
CDr – 4 Lieder / 18:16 Min.

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http://myspace.com/deserted-fear