Deafenestration – Demo 2011

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DEAFENESTRATION soll so eine Art „All-Star“-Gruppe des belgischen Undergrounds sein. Die Mitglieder waren und sind teilweise noch in Hiatus, Human Error (Australia), Ramon Zarate, Skew Whiff, Unhinged, Loadead, Twisted System, Taxed, Clint, Skitsnack oder Kelly Bundy’s Undies. Ich muss gestehen, dass ich außer Human Error noch keinen einzigen Namen jemals gehört habe. Das kann aber auch daran liegen, dass ich weniger im Punk und Crust beheimatet bin. Lediglich die andere Kapelle von Sänger Philthy, The League Of Mental Men, kenne ich näher.

Doch eigentlich kann mir das Namedroping egal sein. Und sollte eigentlich auch den wahren Underground-Crustpunk weniger interessieren. Die Musik von DEAFENESTRATION spricht für sich! Riffs aus Thrash Metal und Crust treffen auf technisch versierten, angenehm scheppernden Bass mit leichter Psychedelic/Stoner Attitüde und bretterndes Drumming. Gerade das Schlagzeug deckt eine breite Palette ab, von bretterndem D-Beat über zäh-schleppendes Downtempo hin zu dezenten, wenngleich nicht weniger brutalen Blastbeats in „Bastard!„. Diese Kombination ist wirklich verdammt heavy und lässt DEAFENESTRATION sowohl für Metalheads wie auch Punks interessant werden. Der gemeine Metaller könnte sich aber etwas an dem räudigen Organ von Philthy stören. Die Stimme ist eindeutig alkoholgezehrter Punkrock und gerade in den etwas schiefen Gangshouts von „Nightmares And Landscapes“ wohl nicht jedermanns Sache.

Nightmares And Landscapes“ stellt aber eh das Schlusslicht der fünfliedrigen Demo dar – im doppelten Sinne. Die restlichen Songs sind wesentlich stärker und überzeugen wirklich mit ihrem post-apokalyptischem Charme. Man merkt, dass die beteiligten Musiker lange Erfahrung im ranzigen Crust-Underground der dreckigen lütticher Szene haben. Alleine „We’ve Lost Sight“ ist catchy, räudig und drückt bis auf’s Äußerste. DEAFENESTRATION spielen zwar rohe und primitiv, aber nicht stumpfe Musik! Das merkt man spätestens im Höhepunkt der gut zwanzig Minuten: „Bastard!„, das mit klirrenden Black Metal Gitarren, schleppendem Tempo und coolen Bassläufen wohl das ganze Potential der Band in apokalyptischsten Dimensionen illustriert. Fans von Extinction Of Mankind sollten DEAFENESTRATION mal im Auge behalten und die Demo bei Punkrockers.com anhören. Physisch bekommt man die CDr auf Konzerten der Band für lausige drei Euro.

Infos:
Eigenproduktion – 2011
CDr – 5 Lieder / 20:52 Min.

http://www.myspace.com/deafenestration
https://www.facebook.com/deafenestration?sk=info
http://www.punkrockers.com/deafenestration