Burial Vault – Ekpyrosis (Periodic Destruction)

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Eigentlich ist die Genre-Schublade Melodic Death Metal aktuell eher abschreckend. Viel zu häufig findet man hinter diesem Etikett Metalcore, Keyboard-Klimpereien und/oder theatralisches Gejammer. Erfreulicherweise besinnen sich BURIAL VAULT auf die alten Tage des Genres und erinnern mit ihrer melodischen Mischung zwischen Death und leichtem Black eher an Dissection.

Ekpyrosis“ ist sicherlich nicht der beste Albumtitel. Diesen Zungenbrecher kann doch niemand ad hoc aussprechen – geschweige denn sich merken. Doch glücklicherweise gibt es den Beinamen „Periodic Destruction„. Dieses Debütalbum von BURIAL VAULT ist gleichzeitig auch der erste Release von Apostasy Records, das mehr oder minder aus Delicious Bowels Agency hervorgegangen ist.

Während der vierzig Minuten für acht Lieder verfeuern BURIAL VAULT eine Menge Material. Stellenweise sind die Lieder opulent mit diversen Riffs, Leads, Soli, Breaks und Strukturwechseln vollgestopft, dass der Hörfluss ein wenig darunter leidet. „Icon Of Indignity“ verbrät alleine in der ersten Minute mehr Elemente, als manche Grindcore-Band für ein ganzes Album nutzt. Auch ist dies der farbenfohste und hoffnungsvollste Song der Scheibe, der in Solo und mancher Harmonik fast an Power Metal erinnert. Doch BURIAL VAULT zeigen sich gleichsam so fassettenreich auf „Ekpyrosis„, dass es selbstverständlich auch krasse Gegenstücke zu diesem Epos gibt. Alleine die beiden Hightlights „Weapon Without A Choice“ und „The Embodiment Of Animosity“ überzeugen durch brachiale Härte und Dissection-mäßiger Melodik. „Genesis. Trinity. Carnage“ ist wohl der heavieste Song des Albums, böses Riff und finsteres Lead inklusive.

Wo BURIAL VAULT sicher an manchen Stellen mit Ideen ein wenig übertreiben, leben die Songs aber auch gleichzeitig von geschickter Kohärenz. Wenn beispielsweise das Hauptthema von „Heretik“ oder auch dem schwächeren „Icon Of Indignity“ konsequent immer wieder aufgegriffen und modifiziert wird. Trotz vieler Schauplätze bleibt der Handlungsverlauf des einzelnen Liedes immer nachvollziehbar. Die eindeutigen Helden in dieser Darbietung sind allerdings die beiden Gitarristen Schaub und Petri. Sicherlich ist auch der Gesang zwischen Growls und Schreien eine ordentliche Leistung. Und die Arbeit hinter den Kesseln will ich ebenso wenig schmälern, wie das grundsolide Bindeglied vom Bass. Doch die Gitarren überzeugen immer wieder durch ausgetüftelte Aufteilung in Riff und Lead, zweistimmige Soli und verspielte Details. Alleine das eröffnende „Heretik“ bietet an der Gitarrenfront unendlich viel zu entdecken. Gelegentlich finden sogar einige Läufe Verwendung, die deutlich Chuck Schuldiner huldigen.

Gelegetlich sind BURIAL VAULT vielleicht etwas zu melodisch. Häufiger sind sie etwas zu engagiert. Doch im Gesamtbild weiß die Band eigentlich immer, wie der Song und auch das Album die richtige Wendung nehmen muss, damit der Hörer nicht überfordert wird. Durch die Mischung zwischen Härte und Melodik, Black und Death, wird „Ekpyrosis“ wohl auch für Leute interessant, die mit aktuellen Melodic Death Metal Bands wenig anfangen können, für Fans von Thulcandra und Dissection.

Infos:
Apostasy Records – 20.01.2012
CD – 8 Lieder / 40:05 Min.

http://www.myspace.com/burialvaultband
https://www.facebook.com/apostasyrecords
http://www.apostasyrecords.com/