League Of Mental Men / Days Of Desolation – Split 7″

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Diverse Male habe ich bereits LEAGUE OF MENTAL MEN gesehen, doch einen ihrer besten Auftritte hatte die Band im gemütlichen Squad De Plu in Heerlen, als sie Libera In Causa auf ihrer Three State Tour unterstützt hatten. Als Drummer Daan mir ihre Split mit DAYS OF DESOLATION angeboten hat, konnte ich einfach nicht nein sagen.

Für drei Euronen bekommt man eine schicke 7″ Single. Limitiert auf 336 Einheiten macht das Teil in schwarzem Vinyl optisch echt was her. Kein Wunder, denn für das Cover-Artwort zeigt sich DAYS OF DESOLATION Gitarrist Jasper verantwortlich, der unter dem Banner Infested Art unter anderem auch das Cover für den „Tribute To Nasum“ gestaltet hat. Ein echter Leckerbissen, der mich auch an frühe Bolt Thrower erinnert.

Auf der A-Seite toben sich LEAGUE OF MENTAL MEN so richtig aus. Zehn Lieder in sechseinhalb Minuten. Davon nimmt das Intro mit knapp zwei Minuten den meisten Platz ein. Mit elf und zwölf Sekunden streiten sich „Other Ways To Land“ und „Vinyl Scraper“ um den Posten des kürzesten Songs. Dazwischen praktizieren LEAGUE OF MENTAL MEN Power Violence in allen erdenklichen Schattierungen. Mal punkiger in „Oreganian Speak„, mal grooviger in „Siege“ und dann einfach nur mit brutalen Breaks gespickt in „Shanghai Surprise„. Verdammt, zu der Kacke kann man nur wie ein Epileptiker tanzen! Aber gerade dieser kaputte und rotzige Charakter macht die Split unterhaltsam und kurzweilig – solange man nicht versucht, die Nadel des Plattenspielers an den Beginn eines bestimmten Songs zu platzieren. Mein Tipp: Diese Seite sollte man am besten am Stück konsumieren. Auch wenn die besseren Songs in der zweiten Hälfte (der A-Seite, nicht dass noch jemand was falsches denkt…) beheimatet sind.
Wer noch etwas Name-Dropping braucht, Sänger Philthy ist noch bei Deafenestration und Drummer Daan schwingt auch bei Intestinal Disease die Stöcke.

DAYS OF DESOLATION hatte ich vor gut einem Jahr auf dem Crustmas live gesehen. Damals war der Eindruck ordentlich, aber nicht umwerfend. An dieser Stelle muss ich mich aufrichtig entschuldigen. Denn die zwei Songs der Band sind der absolute Killer!
The Glaive“ ist bereits eine recht geradlinige, brutale Crust-Nummer mit latentem Hang zum Grindcore. Doch „Malignancies“ ist einfach nur der Überhammer! Der Song ist fassettenreich und derbe. Anfänglich wird der Hörer noch mit leichtem Geklimper in Sicherheit gewogen. Doch schnell wechselt der Tenor in brutalen Crust mit cooler, melancholischer Stimmung. Der Gesang ist unglaublich angepisst und die abgefuckten Riffs kommen locker aus der Hüfte geschossen. Spätestens wenn At The Gates Gitarren auf Highspeed-Blastbeats treffen, sollte der letzte Hörer in exzessivste Extase verfallen. Diese Mischung aus Brachialität, Melodieverständnis und absoluter Dreckigkeit schaffen nicht viele Bands.
Verpackt werden die beiden Songs dann noch in super räudigen, apokalyptischen Sound. Was ein Klang-Gewitter!

LEAGUE OF MENTAL MEN sind gut. Doch live sind sie besser. Und auf dieser Split wohl auch eher den Freunden des ungezügelten Krachs zu empfehlen. DAYS OF DESOLATION sind destruktiv. Aber in einem so positiven Sinn, dass sowohl Metaller mit Offenheit zum Crust, wie auch Stenchcore-Fanatiker ihre helle Freude an diesem Split-Beitrag haben werden. Kurzum: Dauer-Abonnenten des Campaign For Musical Destructions sollten schleunigst zugreifen, bevor es keine Hardcopys mehr gibt.
Wer noch zweifelt, oder es digital für seinen iPod braucht, kann sich die Split auch vorab mal runterladen (der Link stammt von dem Facebook-Profil von DAYS OF DESOLATION): http://www.mediafire.com/?dsbd90oejr1ckv9

Infos:
Eigenproduktion – 2011
Split 7″ – LEAGUE OF MENTAL MEN: 10 Lieder/6:30 Min., DAYS OF DESOLATION: 2 Lieder/5:55 Min.
http://myspace.com/theleagueofmentalmen666
http://myspace.com/daysofdesolation
http://myspace.com/infested_with_roaches
http://www.mediafire.com/?dsbd90oejr1ckv9