Cryptborn – In The Gasp Of The Starving Dead

 , , , , , , , , ,

Downtuned and morbid! Besser kann man CRYPTBORN nicht umschreiben. Gerade mal 2010 gegründet, liefern sie nun eine mehr als amtliche Debüt-EP ab, die ihre Veröffentlichung sowohl bei Detest Records auf Tape, wie auch bei Dark Descent auf CD erfuhr. Und für eine EP mit gerade mal 6 Liedern plus Intro ist die Spieldauer von knapp einer halben Stunde auch schon beachtlich.

Ein bisschen bin ich vom Tape-Cover enttäuscht, das sich deutlich vom Artwork der CD unterscheidet. Gerade das CD-Cover finde ich verdammt gelungen und passend. Aber auch der Kassetten-Einband vermittelt das richtige Bild von der Musik. Beide Bilder stammen doch aus der Feder von Matt Putrid.
Tendenziell haben CRYPTBORN ihre Einflüsse in Schweden. Frühe Grave und alte Fleshcrawl tauchen immer wieder in den Riffs auf. Doch auch das Herkunftsland der Band, Finnland, hatte deutlichen Einfluss auf „In The Gasp Of The Starving Dead„.

Die Songs sind allesamt verdammt schwer, brutal und düster. Die morbide Grundstimmung wird dabei besonders in den langsameren Passagen in wirklich epische Tiefe getragen. Fast tiefer, als die Gitarren gestimmt sind. Passend dazu liefert Sänger ChristButcher auch abgründige Vocals. So muss Death Metal klingen! Alles verpackt in eine ranzige Produktion, die vielleicht etwas zu bassig ist, aber gerade dadurch den Spirit des Genres versprüht wie ein aufplatzender Abszess. Besonders schön ist der Bass, der sowohl schön tief im Magen grummelt und dennoch schön knarzt und scheppert.

CRYPTBORN erlauben sich bei ihrem Einstand keine Lückenfüller. Jeder Song spielt auf verdammt hohem Niveau. Selbst das Intro, das schleppend und zäh sehr passend in die modrige Gruft geleitet, überzeugt auf ganzer Linie. Überall gibt es markante Punkte in den Liedern, die griffigen Gitarren und der schleimige Mittelpart im Titeltrack, der gedoppelte Gesang mit Fleshcrawl-Effekt in „Never Perfect When You Die“ oder der unerlaubt böse Groove in „Rotten Gates Of Heaven„. Jeder Schuss ein Treffer. Zum Schluss zeigt „Atonement From Hell“ dann noch eine weitere Fassette von CRYPTBORN. Melodischer und melancholischer als die restliche EP ist hier ein herausragender Abschluss der halben Stunde morbider Finsterniss, der nachhaltig in Erinnerung bleibt.

Für mich ist „In The Gasp Of The Starving Dead“ wohl das beste Demo des Jahres und im Gesamtbild Musik/Artwork auch ganz vorne in meinen persönlichen Highlights von 2011. Wer sich beeilt, bekommt bei Detest Records noch ein Tape für lausige 3,25 Euro. Aber ranhalten, soweit ich weiß ist das Teil auf 300 Einheiten limitiert!

[rating:6]

Infos:
Detest Records (Tape) – Dark Descent (CD) – 20.06.2011
Tape/MCD – 7 Lieder / 28:00 Min.

http://www.facebook.com/Cryptborn
http://www.darkdescentrecords.com/
http://www.detestrecords.com/