Ultimo Mondo Cannibale – Drink My Milk

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Eigentlich muss man so fair sein und es anerkennen. ULTIMO MONDO CANNIBALE haben auf ihrem zweiten Album einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht! Das komplette Booklet wirkt professioneller und mit der Milch-Thematik auch konsistenter. Und auch die Musik hat eine deutliche Entwicklung erfahren.

Auf dem Debüt-Album „Pornokult“ rumpelte ULTIMO MONDO CANNIBALE durch D-Beat und Punk Riff. Zwei Jahre später gibt es nun das zweite Album „Drink My Milk„. Wieder über Rotten Roll Rex. Und dieses Mal deutlich druckvoller produziert und wesentlich grooviger.

D-Beat gibt es genau so wenig zu hören, wie Blasts. Und auch das Riffing ist weniger im Punkrock daheim. Viel mehr hat man sich dieses Mal beim Drumming von Mucupurulent und den Gitarren von GUT oder Satans Revenge On Mankind bedient. Denn wirkliche Eigenständigkeit kann man den italienischen Porngrindern genau so wenig unterstellen, wie technische Virtuosität. Doch im Booklet macht die Band bereits klar: „No Trend, No Virtuosism, No Ultra Fast Blastbeats […] Only Porn is Real!“

Eigentlich ist damit alles gesagt. ULTIMO MONDO CANNIBALE scheißen was auf Originalität und Konformität. Dafür legen sie sehr viel Wert auf Groove. Das archaische Gerumpel macht stellenweise genau so viel Spaß, wie es alte GUT getan haben. Besonders „Cumshot Criminals“ oder „Mommy Tranny“ sind erbarmungslose Ehrerbietungen an die deutsche Porngrind-Legende.

Doch gerade diese stoische Eindimensionalität, die den Charakter von „Drink My Milk„, wie auch die anvisierte Zielgruppe definiert, wird dem Album zum Verhängnis. Im Endeffekt hat man alle Riffs schon mal gehört und alle Polkabeats schon mal getanzt. Und auf die Spieldauer von 14 Liedern in 34:07 Minuten leiden die Songs noch weiter unter einer gewissen Gleichförmigkeit. Da retten auch Gastbeiträge von Timo (Mucupurulent), Luisma (Haemorrage) oder Kojo (Tu Carne) nicht mehr viel. Zumal die meisten Vocals eh durch den Harmonizer in unverständliche Abflussverstopfung verwandelt werden.

Meinen Unkenrufen zum Trotz sollten sich Fans von SROM, GUT, Hymen Holocaust, Mucupurulent, Tu Carne, Rectal Smegma und vielleicht auch Rompeprop nicht abschrecken lassen. „Drink My Milk“ ist trotz der offensichtlichen Defizite ein bodenständiges Album mit ordentlichem Tanzfaktor. Und gegenüber „Pornokult“ ein meileinweiter Sprung für die Band. Nur stellt sich mir die Frage, wie ich für das Debütalbum damals so viele Punkte vergeben konnte…?

[rating:3]

Infos:
Rotten Roll Rex – 2011
CD – 14 Lieder / 34:07 Min.

http://www.ultimomondocannibale.it/
http://www.facebook.com/ultimomondocannibaleband?sk=info
http://www.myspace.com/ultimomondocannibale
http://rottenroll.de