Stillborn – Los Asesinos Del Sur

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Es muss wohl am streng christlichen Polen liegen! Warum sonst kommen so viele satanische Bands aus unserem östlichen Nachbarland? Und warum sonst müssen STILLBORN ihr Logo mit fünf (!) umgedrehten Kreuzen zieren?
Nun, Ketten, Haken und eine scharfkantige Schrift ist ebenso Bestandteil des Bandlogos und stellt damit im Vorfeld klar: „Wir sind tattoowiert, tragen schwere Leder-Kluften und unsere Musik ist so schwarz wie eine wolkenverhangene Neumond-Nacht!“

Los Asesinos Del Sur“ – der spanisch-sprachige Titel mag an dieser Stelle in die Irre führen. Weder kommen „die Mörder aus dem Süden“, noch haben STILLBORN etwas mit dem südeuropäischen Sonnenland zu tun. Ein Mirakel an Band und Album, das ich auf Grund mangelnder Informationen zu meiner Promo nicht entmystifizieren kann und mag. Fakt ist aber, dass STILLBORN in den schönsten Farben schwarz malen und eher an nordische Black Metal-Bands erinnern.

Großartige Innovation findet man auf dem mittlerweile vierten Album der Polen sicher nicht. Dafür präsentieren sie ihre Mischung aus Black und Death Metal sehr authentisch und lebhaft. Alleine das ultra schroffe Drumming verdient lobende Anerkennung, es böllert wie ein Presslufthammer und scheppert wie eine Backblech-Sammlung auf dem Weg die Kellertreppe hinunter. Dazu arbeiten sich die Gitarren richtig mühevoll durch schwarzmetallische Melodien und Riffs aus dem Todesstahl. Zusammen mit dem variationsreichen Gesang, der von derben Growls über richtig aggressive Schreie alles abdeckt und selbst vor ein paar Black Metal Gangshouts in „Blood And Dust“ nicht zurückschreckt, erzeugen STILLBIRTH eine furiose Darbietung des blasphemischen Metals.

Auf voller Leistung fährt „Los Asesinos Del Sur“ leider nicht. Der Titeltrack oder „Kot Wolanda“ sind vergleichsweise schwächere Songs, die mit prototypischen Black Metal Gitarren nicht sonderlich hervorstechen. Doch ausgleichend gibt es andere Höhepunkte auf dem Album. Zum Beispiel der coole Groove mit knatternder Doublebass aus „Son Of The Holy Motherfucker„. Oder „Blood And Dust„, das mit seiner Gesangslinie etwas an früh 2000er Kataklysm erinnert. Und wo „Hymns Of Destruction“ etwas Necrophobic-mäßig klingt, erinnert „Diamonds Of The Last Water“ von der unheiligen und vernichtenden Herangehensweise an Krisiun zu „Black Force Domain„-Zeiten. Zumindest das absolute Abrisskommando hinter den Kesseln zerlegt in diesem Song einfach alles.

STILLBORN sind nicht „Die Mörder Aus dem Süden“, sondern die Mörder aus dem Osten. Ihre Musik stammt aus tiefster Seele und kommt einfach nur wild und kraftvoll aus den Boxen. Wer mehr Black denn Death-geschwängertem, blasphemischen Metal zugetan ist, sollte in diesem Fall „Los Asesinos Del Sur“ den Vorzug vor Blasphemers Malediction geben!

[rating:4.5]

Infos:
Pagan Records – 01.09.2011
CD – 10 Lieder / 31:23 Min.

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http://www.myspace.com/naturalborndestroyers
http://www.paganrecords.com.pl/