Stellar Master Elite – Stellar Master Elite

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Trier scheint keine gute Gegend für regulären Black Metal zu sein. Bereits Crucifixion haben mit ihrer unorthodoxen Interpretation des Genres einen guten Eindruck hinterlassen können. Und nun kommen STELLAR MASTER ELITE, die ebenfalls ihre eigenen Vorstellungen von dem Genre haben.

Auf ihrem selbstbetitelten Debüt-Album vermengt das Duo kalten Black Metal mit düster-schleppendem Doom und sehr spaciger Atmosphäre. Es klingt ein wenig nach neueren Satyricon, die den ein oder anderen Moment der neuen Blut Aus Nord aufgeschnappt haben und nun nach Doom interpretieren. Zugegeben, das fast 11 Minuten lange „Vortex Void“ hat noch etwas Verbesserungspotential. Doch die Grundideen sind vielversprechend. Sprach-Samples erschaffen eine frostige Grundstimmung, die rockigen Riffs genügend Drive. Und abgefahrene Elemente wie die Keyboard-Claps die nötigen Aha-Momente, die definitiv in Erinnerung bleiben. Gleiches gilt auch für den hypnotischen Klargesang in „Ain Soph„, der im Kontrast zu den schönen, wenn auch eher prototypischen Black Metal Vocals ein sehr hübsches Gesamtbild erzeugt. Von der verstörenden, fast schon transzendentalen Atmosphäre gefällt mir der Song am besten auf „Stellar Master Elite„!

Im übrigen hätte ich nie gedacht, dass sich hinter dem „klaren“ Gesang eine Frau verbirgt. Zur Unterstützung ihres musikalischen Grundgerüsts haben sich STELLAR MASTER ELITE ein paar Gastsänger geholt. Von Sonic Reign darf Ben in „Feed The Serpent“ singen und besagter weiblicher Gesang stammt von einer gewissen Julia. Für das wohl orthodoxeste Stück der Scheibe, „The Circle“ und „Elyon“ bekam die Truppe Unterstützung von Kring, der auch bei Massacre The Wasteland und eingehend erwähnten Crucifixion seine Finger im Spiel hat. So schließt sich der Kreis.

Ähnlich ist auch „Stellar Master Elite“ in sich schlüssig. Die Lieder wirken auf die Spieldauer homogen und lassen den roten Faden der Band durch die 40 Minuten immer deutlich erkennen. Die einzelnen Fassetten, Black Metal und Doom, sind zwar gelegentlich unterschiedlich stark ausgeprägt. Doch durch das spacige Moment immer nahe genug beieinander gehalten, dass das Gesamtbild stimmig bleibt.

Die professionell aufgemachte CDr rundet das Paket ab. Mit umgekehrten Illuminaten-Auge und drei Dreiecken im Booklett wird die konspirativ-elitäre, aber auch stellar-transzendentale Seite der Musik adäquat verbildlicht. Selbstredend ist auch der Rohling von unten schwarz.

Wer sich nicht unbedingt an alteingesessenen Traditionen im Black Metal festklammert, sondern auch mit neueren Blut Aus Nord, Satyricon oder den Kollegen von Crucifixion etwas anfangen kann, sollte STELLAR MASTER ELITE mal eine Chance geben. Potential ist genau so vorhanden, wie die Luft nach oben. Doch aktuell befindet sich der Nachfolger zum Debüt bereits in den letzten Zügen der Aufnahme. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.

[rating:4]

Infos:
Eigenproduktion – 2011
CDr – 6 Lieder / 40:37 Min.

http://www.facebook.com/smemusic
http://stellarmasterelite.bandcamp.com/