Livstid – Livstid

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Ich bin mir sicher, da spricht das Bier aus mir. Nach einem durchgearbeiteten Wochenende gibt es aber nichts besseres als Bier und richtig angepissten Crustcore, um sich in bester Katharsis den Frust von der Seele zu schaffen. An dieser Stelle kommen mir LIVSTID mit ihrem Debütalbum ganz gerecht. Und es ist mir egal, ob das Bier nun aus mir spricht, oder meine subjektive Meinung. Das selbstbetitelte Album der Norweger rockt einfach mörderisch!

Eigentlich hat alles bei mir schon etwas früher angefangen. Irgendwann hat die Facebook-Seite „Extreme Band Of The Day“ (der jeder NecroSlaughter-Leser im Übrigen folgen sollte!) LIVSTID vorgestellt. Zur „Kriminell„-EP, einen Download besagter EP inklusive. Das Teil war, beziehungsweise IST einfach der Hammer. Besonders der Mördertrack „Krakilsk“ hat es mir angetan. Entsprechend schnell habe ich auf den Hinweis der Promoagentur reagiert, als „Livstid“ angekündigt wurde.

Leider können die Crustpunks nicht ganz das Niveau ihrer EP halten. Die Produktion ist besser und die Songs nicht mehr ganz so forsch. UNTRUE, sage ich dazu nur, haha! Dennoch macht das Album einfach nur unglaublichen Spaß! An dieser Stelle ist es mir egal, dass der Death Metal Einschlag von Skitsystem stammt, die paar Blastbeats von Nasum inspiriert und der Crustcore von Wolfpack/Wolfbrigade, Disfear und Massmørd abgekupfert wurde. LIVSTID machen schlicht räudigen Rotz’n Roll.

Die Riffs strahlen bittersüße Melancholie aus, die Leads sind hoffnungslos und nihilistisch und der Gesang einfach abartig. Abartig gut, manches Mal wünsche ich mir ähnlich kraftvolles und emotionales Kreischen im Metal. Der archaische D-Beat ergänzt alles um den nötigen Drive. „Permafrost„, „Alle Kan Ta Feil„, „Dei Du Ikke Ser“ – Nur ein paar Beispiele für kompromisslose Crustcore-Songs mit metallischem Einschlag, die einfach alles richtig machen.

Natürlich sind LIVSTID nicht originell. Natürlich ist „Livstid“ eigentlich nur altbekanntes von oben genannten Bands. Natürlich ist die Musik eindimensional und schematisch schnell nachvollziehbar. Doch insgesamt machen LIVSTID nach wie vor einfach nur Spaß. Besonders, wenn man die Schnauze einfach nur voll hat. Wenn man dieses System bis Oberkannte Unterlippe stehen hat. Wenn man diese Welt einfach nur brennen sehen will. Dann freut man sich über die Gangshouts von LIVSTID und brüllt dem Nachbarn um kurz vor eins am Montag morgen irgendwelche norwegischen Parolen entgegen, die man weder versteht, noch richtig artikulieren kann. Doch es ist egal. Denn LIVSTID geben einem die Kraft, um auf alles zu scheißen. Selbst darauf, dass dies ein Crustcore-Album ist, das auf einem Death Metal Webblog besprochen wird. Problem?

[rating:5]

Infos:
Fysik Format – 04.11.2011
CD/LP – 15 Lieder / 29:22 Min.

http://www.myspace.com/livstid
http://www.facebook.com/pages/Livstid/23189067080