Goregast – Desechos Humanos

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Viva El Animal“ – GOREGAST melden sich mit ihrem dritten Album zurück. An dieser Stelle kommt der Band meine Wissenslücke zu Gute, kenne ich doch lediglich ihr Erstlingswerk mit besagtem Namen „Viva El Animal„. Doch auch wenn sich das Erscheinungsbild und ein wenig die Musik verändert haben, zeigen sich die Berliner weiterhin von ihrer animalischen Seite.

Optisch macht das Artwork von „Desechos Humanos“ einiges her. Mit dem schicken Zombie-Inferno hat Badic Art aus Indonesien einen schönen oldschool Job abgeliefert, der im Booklet passend durch Friedhöfe und Wälder im Hintergrund ergänzt wird. Damit ist der visuelle Aspekt auch passend für die Musik der Scheibe.

Viva El Animal“ war noch moderner, deutlicher im Death-Grind verwurzelt. „Desechos Humanos“ trägt nun deutlicher Spuren der alten Death Metal Schule. Die Grind-Elemente sind weiter in den Hintergrund, der Groove mehr in den Vordergrund gerückt. Aber gänzlich verloren sind ungestümen Blast-Eruptionen doch nicht. Eher wohl platziert und in homöopathischen Portionen dosiert.
Als Grundgerüst stellt man sich den Groove von Entombed, das Riffing von Morgoth und den Grind von General Surgery zu „Necrology„-Zeiten vor. Im abschließenden „Unslave Yourself“ hört man sogar überdeutlich Einflüsse aus dem Crust/Hardcore-Punk. Sehr nett. Dieses Gemenge wird durch verdammt kraftvollen Gesang und kurzweiliges Songwriting zu einem sehr guten Album komplettiert.

In der Zusammenstellung ist „Desechos Humanos“ angenehm rund und abgestimmt. Langsam und eher schleppend wird man mit dem Titeltrack in das Album geleitet. Durch den dezenten Keyboard-Einsatz wird die Atmosphäre des Anfangs verstärkt, der sich immer weiter und kraftvoller steigert. Eine griffige Nummer, die genau wie „The Nice Guy Next Door“ mit ihrem räudigen Groove in Erinnerung bleibt.
Doch GOREGAST können nicht nur Kopfnicker und tanzbare Nummern wie die Hymne „Corta La Coleta“ schreiben, sondern auch voll auf die Zwölf hauen. „Puerco De Dinero“ oder „Capa“ sind zwei äußerst brutale Nummern, denen es gleichsam aber nicht an Prägnanz fehlt. Eher im Gegenteil, diese starken Songs sind richtige Ohrwürmer!

Das bereits bekannte Konzept von GOREGAST, sowohl englische wie auch spanische Texte zu verwenden, verschafft den Berlinern neben ihrer interessant-trendfreien Musik eine weitere, interessante Fassette.

Für die Veröffentlichung von „Desechos Humanos“ machen sich GOREGAST einen kleinen Vorteil zu nutzen. Sänger Rico Unglaube ist gleichzeitig auch Chef von FDA Rekotz, das regelmäßig mit hochwertigen Releases auf sich aufmerksam macht. GOREGAST reiht sich da perfekt in das Labelprogramm ein.

Weitere Informationen zu GOREGAST, dem lyrischen Konzept der Band und FDA Rekotz findet man in meinem umfassenden Interview mit Mr. FDA Rico-tz. Groovy and powerful oldschool Death Metal findet man auf „Desechos Humanos„.

[rating:5.5]

Infos:
FDA REKOTZ – 09.09.2011
CD – 9 Lieder / 30:47 Min.

http://goregast.jimdo.com/
http://www.facebook.com/pages/GOREGAST/229921063696500