Erupdead – The Human Progress

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Sicherlich gibt es klare Hauptströme in der zeitgenössischen Musik. Zum beispiel die Retro-Welle in Death und Thrash Metal oder den bösen Deathcore. Doch insgesamt gibt es duzende Interpretationen und Bewegungen zwischen den Extremen. Durch dieses Überangebot an Möglichkeiten kann sich schnell eine Identitätskrise ergeben. Vielleicht sogar dadurch bestärkt, wenn die involvierten Musiker aus der neutralen Schweiz stammen….

So leiden ERUPDEAD auf ihrem Debüt-Album ein wenig unter Unentschlossenheit. „The Human Progress“ bewegt sich zwischen diversen Spielarten des Death Metals. Moderne Ausprägung, alte Schule, melodische Variante in Richtung Dark Tranquility oder doch eher mit neumodischeren Klangteppichen. Unter dem Strich stehen ERUPDEAD aus Basel irgendwo zwischen den Stühlen.

Plastic Doll“ ist recht geradlinig und mit stumpfen Ufta-Beat mehr das Paradebeispiel für die rohen Wurzeln der Musik. „The Source Of Evil“ ist hingegen deutlich moderner und auch einer der besseren Songs auf „The Human Progress„. Die Idee, den Schreibmaschinen-Rhythmus in die Stakkatos des Drum-Marsches übergehen zu lassen, macht den beginn von „Letters To Mars“ ziemlich pfiffig, auch wenn der restliche Song eher mau ist. Dafür sind die getragene Melancholik und die Gitarren-Teppiche dieser Nummer sehr nett. Mit puristischem Groove und melodischem Death Metal alter Schule fällt „Unite“ mehr als positiv ins Gewicht und ist definitiv der stärkste Song des Albums. Dennoch ist der Track insgesamt ziemlich unsinspiriert und verdurstet über die Spieldauer kläglich.

Im Endeffekt sind ERUPDEAD auf ihrer erste Full-Length aber einfach etwas zu unentschlossen. Zu viele Köche verderben den Brei und zu viele Stile machen „The Human Progress“ zu inhomogen. Als bestes Beispiel kann man wohl den Titeltrack anführen, der schlicht zu durchwachsen ist.
Im heutigen Überangebot an divers gearteten Death Metal Bands braucht man einfach Bands mit Profil und deutlicher Identität, die sich deutlich von der Masse abheben. ERUPDEAD gelingt dies leider durch ihre aufgeweichte Diversität nicht. Wenigstens gibt es die CD in einem schönen, dreiseitigen Digipak.

[rating:3]

Infos:
Czar Of Crickets – 2011
CD – 9 Lieder / 39:25 Min.

http://www.myspace.com/erupdead
http://www.czarofcrickets.com/