Archgoat – Heavenly Vulva

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Es sind nur sechs Lieder in gerade mal sechzehn Minuten. Doch „Heavenly Vulva“ wird polarisieren! Es fängt schon beim Coverartwork an, das mit seine nekrophilen Darstellung von Maria Magdalena und dem toten Jupp bewusst und explizit provoziert. Dass die Umsetzung von Chris Moyen trotz, oder gerade wegen der Thematik einfach nur genial ist, muss an dieser Stelle nicht weiter erwähnt werden…

Doch eigentlich führen ARCHGOAT sowohl visuell wie auch musikalisch stoisch ihren Stiefel fort. Vielen dürfte die rohe und stumpfe Herangehensweise des finnischen Trios nicht gefallen. Gerade wer auf polierten und technisch anspruchsvollen Metal steht, wird das Mini-Album mit dem Untertitel „Christ’s Last Rites“ verachten.

Aber ARCHGOAT wollen sich auch keine Freunde machen. Für Interviews zu diesem Release sperrte sich die Band bereits im Vorfeld. Und ähnlich kompromisslos und radikal gibt sich die Band auf „Heavenly Vulva„. Bis auf den schleppenderen, atmosphärischen Song „Day Of Clouds“ rumpeln ARCHGOAT brachial durch die verbleibenden elf einhalb Minuten der EP – das Intro mit etwas mehr als einer Minute Spielzeit wird an dieser Stelle abgezogen.
Die Riffs sind roh, fast schon punkig. Aber dreckig und druckvoll. Der Gesang unmenschlich tief und fast schon blubbernd. Virtuosität sucht man an allen Enden vergebens. Dafür findet man rohe Gewalt und abgrundtiefes Böses.

Heavenly Vulva“ ist stumpf und eindimensional. An manchen Stellen wiederholen sich die Strukturen mehr als einmal zu viel. Und großartige Abwechslung darf man eigentlich nicht erwarten – obwohl es bei genauem Hinhören deutliche Unterschiede zwischen dem genialen „Blessed Vulva„, „Day Of Clouds“ oder dem abschließenden „Passage To Millenial Darkness“ gibt. Im Endeffekt dreschen ARCHGOAT schlicht und einfach alles kurz und klein.
Diese archaische Brachialität macht die EP aber gerade so angenehm. Schnell versteht man die Songs und lässt sich von der ursprünglichen Kraft mitreißen. Vorausgesetzt man sträubt sich nicht gegen diesen dreckigen, schmutzigen und blasphemischen Bastard aus Black und Death Metal. Ugh!

[rating:4.5]

Infos:
Debemur Morti Productions – 14.10.2011
MCD/MLP (12″) – 6 Lieder / 16:10 Min.

http://www.debemur-morti.com/default.php
http://www.archgoat.com/