Fake Idyll – Therapist

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Resteverwertung mal anders und extrem! Kaum sind die Japanischen Kampfhörspiele kapott, räubert der ehemalige Klampfer Robert Nowak (auch ex-Jack Slater und Phobiatic) in der Mottenkiste und findet ein paar Drum-Takes, die Christof Kather irgendwann 2008 mal eingespielt hat. Nun wurde aus diesen Aufnahmen und ein paar Riffs eine bunte Kollage gebastelt. Und weil alleine spielen langweilig ist, durften noch der Chris (Neumann, Bass, Jack Slater) und und ein Filmkomponist namens Carsten Benninghoff mit in den Werkraum. Dabei wurde scheinbar ordentlich am Klebstoff geschnüffelt, mit dem die einzelnen Töne und Fragmente zu „Songs“ zusammengebastelt wurden.

Das Ergebnis klingt die Japanische Kampfhörspiele und Cephalic Carnage auf mehr Dope als sonst. Ob daraus resultierend die Vocals ausgewählt wurden? Denn für die Texte und den Großteil des Gesangs zeigt sich Leonard Lenzig (Cephalic Carnage) verantwortlich. Eingesungen wurde der Kram dann auf der Europa-Tour im Tourbus. Zusammen mit diversen Gastbeiträgen von anderen Musikern, u.a. von Psycroptic, Ion Dissonance, dem Busfahrer und diversen Groupies.

Klingt schon mal abenteuerlich, oder? Angereichert wird dieser wilde Mix durch den deftigen Djent-Sound und teilweise sehr elektrolastike Ambient-Momente. So dürfte nach einem kurzen Slam-Part ab der Mitte von „Supreligious“ für den gemeinen Metaller Schicht im Schacht sein. Dann wird nur noch mit Sounds und Beats experimentiert. Eigentlich sehr chillig und „Bekifft In Deutschland“ ist sogar vergleichsweise eingängig. Doch in „Moho“ verkommt die Musik schnell zur Hintergrundbeschallung für lautes Gestöhne. Ob die namentliche Nennung der weiblichen Groupies, die für die „Vocals“ verantwortlich sind, so schmeichelhaft ist?

So sehr das Instrumentale „Urschmerz“ oder „Deadcowpizza“ wirklich abgefahrene Aneinanderreihungen von Riffs, Grooves, Breaks und technischen Fingerübungen sind, so gut funktioniert „Therapist“ dennoch im Gesamtbild. Absurd, denn es ist kein wirkliches Album. Schon gar nicht ein Metal Album. Dennoch stechen „Therapist“ und „Schlangenmilch“ sehr positiv hervor. Man, sind das Ohrwürmer.

Wer sich nach einigen Joints und der Dauerbeschallung mit „Therapist“ textsicher genug fühlt, kann in den abschließenden Karaoke-Versionen von „Therapist„, „Deadcowpizza„, „Schlangenmilch“ oder „Supreligious“ seinen Kühlschrank anschreien gehen.

Es ist irgendwie absurd. Trotz mehrfachem Hören kann ich mir keine richtige Meinung zu FAKE IDYLL bilden. Auf der einen Seite finde ich „Therapist“ sehr interessant und trotz aller wirren und wilden Wendungen und Fassetten sehr stimmig. Auf der anderen Seite hätte ich für so eine abgedrehte Sound-Kollage nie Geld ausgegeben. Vielleicht sollte ich doch Drogen nehmen. Das könnte in diesem Fall zur Entscheidungsfindung beitragen…

Keine Wertung bei dieser Resteverwertung!

Infos:
Unundeux – 02.09.2011
Digipak-MCD – 12 Lieder / 38:15 Min.

http://www.fakeidyll.de/
http://www.unundeux.de/shop.php